Aachen - Vegla-Haus: Das „Aquarium“ ist bald Geschichte

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Vegla-Haus: Das „Aquarium“ ist bald Geschichte

Von: Rolf Hohl
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Aus dem Vegla-Haus wird das Viktoria-Quartier: Die Projektentwürfe wurden gleich zweimal hintereinander vorgestellt, weil längst nicht alle Anwesenden in den Veranstaltungsraum der Burg passten. Foto: Nesseler Projektidee

Aachen. Für manche ist es ein Stück Heimat, für andere schlichtweg ein Schandfleck: das Vegla-Bürogebäude im Frankenberger Viertel. Das „Aquarium“, wie der Bau aus den 1970er-Jahren von den Bürgern genannt wird, steht schon seit geraumer Zeit leer und soll nun Platz machen für einen Neubau. Die Entwürfe dafür wurden am vergangenen Donnerstag in der Frankenberger Burg vorgestellt.

Der Verein Frankenb(u)erger, der die Veranstaltung organisiert hatte, wurde dabei vom immensen Interesse der Bewohner des Viertels regelrecht überrumpelt. So wurden die Projektentwürfe des Bauunternehmens Nesseler Grünzig gleich zweimal hintereinander vorgestellt, weil längst nicht alle Anwesenden in den Veranstaltungsraum der Burg passten.

Ein Mischkomplex

Diese bekamen dann zu hören, dass der Vegla-Gebäudekomplex in seiner jetzigen Gestalt keine Zukunft hat. „Die Tiefgarage ist für Autos der 1970er-Jahre ausgelegt. Dazu ist die Haustechnik nicht individuell regelbar und völlig veraltet“, erklärte Hubertus Neßeler, der Geschäftsführer von Nesseler Grünzig. Auch die erforderlichen energetischen Standards seien im jetzigen Gebäude in keiner Weise gegeben, weshalb lediglich ein Umbau nicht infrage komme.

Anstelle des „Aquariums“ soll nun ein Mischkomplex bestehend aus Studenten- und Mietwohnungen, Praxen und Büros sowie Geschäftsräumen ins Erdgeschoss kommen. Dabei werde nicht ein optisch einheitlicher Komplex entstehen, sondern es sollen von außen die einzelnen Häuser erkennbar sein, wie Neßeler betonte. So werden sich die Abschnitte etwa in der Farbgebung der Fassade, der Gebäudehöhe und natürlich architektonisch voneinander unterscheiden.

Längst nicht alle Bürger waren von der Gestaltung des Neubaus restlos überzeugt: „Seelenlos und trist“ sei dieser und passe nicht richtig zu den historischen Fassaden, die den Charme des Viertels ansonsten ausmachten, so die Kritik.

Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die Tiefgarage komplett erneuert werden und es wird zusätzliche Pkw-Stellplätze im Innenhof und vor den geplanten Geschäftsräumen am Straßenrand geben. Von den rund 100 Wohnungen, die jeweils zwischen 50 und 130 Quadratmeter Wohnfläche bieten sollen, werden entsprechend der Vorgaben der Stadt Aachen ein Drittel öffentlich geförderter Wohnraum sein. Über die Höhe der künftigen Mietpreise und ob auch Eigentumswohnungen zum Kauf angeboten werden, konnte Neßeler noch nichts sagen.

Zunächst wird jedoch der Abbruch des Vegla-Gebäudes anstehen, der Anfang Juni dieses Jahres beginnen soll. Heikel dabei ist nicht nur die Lage mitten im Wohngebiet, sondern das in dem Glaskomplex verbaute Asbest, das bei vorherigen Untersuchungen festgestellt wurde. Mit dem Abriss der asbesthaltigen Bauteile sei jedoch bereits eine Spezialfirma beauftragt, so Neßeler.

Direkt nach Abschluss der Abbrucharbeiten, voraussichtlich Ende November, wird dann mit dem Neubau begonnen, der bis spätestens Anfang 2021 fertig gestellt sein soll.

 

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