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Vater prügelt Frau und Kinder über viele Jahre

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Fünf Jahre Haft muss ein Vater absitzen, der nach den Feststellungen der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht über Jahre hinweg seine vier Kinder und ebenso seine Frau „grün, blau bis schwarz“ schlug und damit ein „Klima der Angst“ schuf, wie der Vorsitzende Richter Roland Klösgen es drastisch in der Urteilsbegründung formulierte.

Mohamed M. habe dort in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), wohin die Familie im Jahr 2006 von Aachen aus verzogen war, ein privates „Terrorregime“ aufgebaut. In etwa 50 Fällen folgte die Kammer den Schilderungen der Ehefrau des heute 45-jährigen Syrers mit deutschem Pass, die für den Mann vor der Eheschließung zum Islam übergetreten war und heute noch sagt, sie habe in der Anfangsphase mit dem freundlichen Studenten eine echte „Liebesbeziehung“ geführt.

Dann aber kam alles anders. Immer wieder sei er ausgerastet, hatte sie dem Gericht vorgetragen. Richtig schlimm sei es ab 2006 geworden. Da habe er begonnen, selbst das kleinste der insgesamt vier Kinder – der Älteste ist heute 17 Jahre alt, das jüngste Kind ist elf – zuerst zu maßregeln und dann mit allen möglichen Gegenständen aus dem Haushalt zu schlagen.

Er nahm Stangen eines Wäschetrockners, Holzbausteine, Tennisschläger, Glasfaserstäbe aus einem Zelt oder simple Kochlöffel und verdrosch damit die Kinder immer dann, wenn er glaubte, sie hätten sich nicht an seine Anordnungen gehalten. Mal gab es für den Fünfjährigen 40 Hiebe auf die Händchen, mal schlug er das Hinterteil der jüngsten Tochter – die beiden mittleren sind Mädchen – so arg, dass es später schwarz anlief. Die Ehefrau stellte sich oft schützend vor die Kinder, dann bekam sie es ab.

Bereits im Jahr 2006 hatte er sie mit einem Staubsaugerschlauch oder – das war nicht mehr festzustellen – dem dazugehörigen Hartplastikrohr dermaßen auf den Kopf geprügelt, dass sie ohnmächtig in ein Krankenhaus der Emirate eingeliefert wurde. Das Martyrium steigerte sich mehr und mehr. Er habe behauptet, er gehe in die Moschee, um dann nach kurzer Zeit überraschend wieder in der Türe zu stehen und die Familie mit Anordnungen zu drangsalieren.

Ab 2009 dokumentierte sie alles auf einem USB-Stick. Dann, 2011, gelang ihr mit allen vier Kindern unter einem Vorwand die Flucht nach Deutschland. Direkt nach der Landung in Frankfurt übergab sie den Stick der Polizei – und zeigte ihren Ehemann an. Er wurde bei einer späteren Einreise verhaftet.

Genau dieses geradlinige Verhalten, umgehend zur Polizei zu gehen, war einer der Hauptgründe für die Verurteilung des 45-Jährigen wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und zigfacher Körperverletzung. Nein, er sei kein Fanatiker, hatte dieser am Ende auf eine entsprechende Frage des Gerichts geantwortet. Also kein religöser Wahn war hier am Werke, sondern „nur“ brutale Gesinnung.

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