Aachen - Vandalen schlagen in der City zu

Vandalen schlagen in der City zu

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
11523694.jpg
25 000 Euro Schaden: Unbekannte Täter haben zwei Scheiben der archäologischen Vitrine im Elisengarten zerstört. Die Reparaturarbeiten am Schmuckbau sollen nach Karneval erfolgen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eigentlich soll sie lehrreiche Einblicke in die jahrtausendealte Geschichte Aachens gewähren: die archäologische Vitrine im Elisengarten. Zumindest von einer Seite aber ist der Blick zurück in die Historie derzeit arg getrübt.

Unbekannte Täter haben schon kurz vor Weihnachten zwei der mächtigen Glasscheiben, die die Ausgrabungsstätte schützen, mutwillig zerstört. Denn allein darum ging es bei der Tat: blinde Zerstörungswut, die nicht nur bei Passanten, die die Vitrine im Herzen der Stadt in diesen Tagen besuchen, für Kopfschütteln sorgt.

Auch bei der Stadtverwaltung ist man sauer über den ungezügelten Vandalismus, den nun erstmals auch einen der Hingucker in der Aachener Altstadt getroffen hat.

Reparatur nach Karneval

Am Mittwoch trafen sich Mitarbeiter der Stadt mit einem Glaser vor Ort, um die Schäden unter die Lupe zu nehmen und die Reparatur zu planen. Ernüchternde Erkenntnis: Der Gesamtschaden beläuft sich auf eine Summe von etwa 25.000 Euro. Denn neben den beiden Panoramascheiben ist auch ein nebenan stehender Monitor zerstört worden – allerdings bereits ein bis zwei Wochen vor der Scheibenattacke.

„Der oder die Täter sind vermutlich mit einem Notfallhammer oder einem ähnlich spitzen Gegenstand vorgegangen“, erklärte Axel Costard vom städtischen Presseamt am Mittwoch gegenüber der AZ. Sie traktierten die Scheiben mit solcher Wucht, dass das so genannte Verbundglas splitterte, aber nicht zerbrach. Dies liegt daran, dass zwischen den zwei jeweils zwölf Millimeter dicken Weißglasscheiben eine Schutzfolie eingearbeitet ist, die zumindest einen großen Scherbenhaufen verhindert hat.

Derzeit ist die Stelle mit Flatterband abgesperrt. Die Reparatur soll nach Karneval über die Bühne gehen. Von den Tätern fehlt derweil jede Spur, obwohl die Umgebung des Elisengartens zu den belebtesten Orten der Stadt gehört. „Mitarbeiter des Stadtbetriebs, die häufig im Elisengarten anwesend sind, ist der Schaden am 22. Dezember aufgefallen. Aber es ist natürlich nicht möglich, einen Ort wie die archäologische Vitrine 24 Stunden am Tag zu bewachen“, so Costard, der weiter von einer „völlig sinnlosen Zerstörungswut“ spricht.

Eine, die letztlich der Allgemeinheit schadet. Denn auch wenn ein Teil des Schadens womöglich von einer Versicherung übernommen wird, geht der Rest der Reparaturkosten letztlich zu Kosten der Stadt – und somit auch der Bürger. Wenn auch wenig Aussicht besteht, dass die Täter ermittelt werden, hat die Stadt Strafanzeige gestellt.

Die archäologische Vitrine im Elisengarten ist Mitte April 2013 eingeweiht worden. Das elegante Stahlkorsett und die Verglasung der Ausgrabungsstücke kosteten rund 850.000 Euro. Funde aus der Jungsteinzeit bis zum späten Mittelalter sind in der bis zu 1,40 Meter tiefen Grube ausgestellt – und werden auf Tafeln geschichtlich eingeordnet. Auf 60 Quadratmetern verdichtet sich dort, was die Archäologen zwischen August 2008 und Februar 2009 auf 2000 Quadratmetern Grabungsfläche entdeckt haben: ein steinzeitlicher Arbeitsplatz mit halbfertigen Steinbeilen, Reste römischer Fachwerkhäuser, Relikte von Fußbodenheizungen, karolingische Gräben, Keller und vieles mehr.

Leserkommentare

Leserkommentare (12)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert