Aachen - Vaalser Grenze: Verkehrslage bleibt chaotisch

Vaalser Grenze: Verkehrslage bleibt chaotisch

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
5376454.jpg
Grenzwertige Verkehrslage: Durch die Straßenarbeiten in Vaals entstehen am Ortseingang immer wieder lange Staus, unter denen auch die Anwohner im Aachener Ortsteil Vaalserquartier leiden. Foto: Michael Jaspers
5376452.jpg
„Schleichwege dichtmachen“: André Krützen fordert von der Stadt Taten, um die Anwohner in Vaalserquartier zu schützen.

Aachen. Es war gegen Mittag, als sich die in der langen Blechschlange aufgestauten Aggressionen zweier Autofahrer ein Ventil suchten: Weil man sich offenbar nicht über die Vorfahrt einigen konnte und irgendwann wohl auch (Schimpf-)Worte nicht mehr reichten, flogen schließlich die Fäuste.

Negativer Höhepunkt eines Sonntages, den Frank Dreßen und viele seiner Nachbarn in Vaalserquartier noch lange in schlechter Erinnerung behalten werden.

Denn seit die Hauptdurchgangsstraße in der niederländischen Nachbargemeinde Vaals, die Maastrichterlaan, eine riesige Baustelle ist, staut sich der Verkehr an der Grenze und vor allem auf der Vaalser Straße auf deutscher Seite teils heftig. Und da Autofahrer in der Staufalle stets nach Auswegen suchen, knubbelt es sich auch in den kleinen Wohnstraßen von Vaalserquartier immer wieder. Schließlich gibt es einen Schleichweg über die Alte Vaalser Straße und die Püngelerstraße, der kurz vor der Grenze in die Vaalser Straße mündet.

Bisheriger Höhepunkt war der vergangene Sonntag, an dem das schöne Wetter neben den vielen Aachenern, die ohnehin sonntags gerne in Vaals einkaufen, auch noch tausende Ausflügler über die Grenze lockte. Das Blech staute sich bis über den Steppenberg hinaus in Richtung Aachener Innenstadt zurück, und auch die Püngelerstraße war verstopft – „und das stundenlang“, wie Frank Dreßen berichtet.

Er habe beobachtet, wie genervte Autofahrer gewendet hätten und mit erhöhter Geschwindigkeit die Einbahnstraße wieder hinaufgefahren seien. „Da gab es einige gefährliche Situationen, ganz abgesehen von dem Lärm und dem Gestank.“ Und sein Nachbar André Krützen berichtet sogar von Gruppen von Motorradfahrern, die die Püngelerstraße als Schleichweg benutzt hätten – „und zwar auf dem Bürgersteig, weil die Fahrbahn dicht war“.

Krützen hat auch Ideen, wie man die Anwohner vor der Blechlawine schützen kann, zum Beispiel mit temporären Durchfahrverboten. Die Straßen wären dann nur noch für Anlieger frei. „Oder man leitet den Verkehr, der nur durch Vaals hindurch will, mit Schildern weiträumig um – etwa über die Autobahn.“ Passieren wird das an diesem Wochenende, an dem die Anwohner den nächsten Verkehrsinfarkt befürchten, aber nicht. „Schilder bringen doch eigentlich nichts“, erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt auf AZ-Anfrage. Denn: „Wer will, fährt da trotzdem durch.“

Da müsste man schon kontrollieren, „doch das ist Sache der Polizei“, so Costard. Den Ball spielt Polizeisprecher Werner Schneider direkt zurück. Solche Verkehrsmaßnahmen seien Aufgabe der Stadt. „Wir werden nur tätig, wenn uns dort Verkehrsordnungswidrigkeiten gemeldet werden.“ So war es laut Anwohnern am vorigen Sonntag, als schließlich eine Streifenwagenbesatzung versuchte, das Verkehrschaos zu entwirren. Auch diesmal sei die Leitstelle für die grenzwertige Situation in Vaals zumindest „sensibilisiert“, so Schneider.

Aus Sicht der Stadtverwaltung wird das nicht nötig sein. Die niederländischen Kollegen hätten bereits zusätzliche Helfer an der Baustelle aufgeboten, um den Verkehr zu regeln, außerdem setze man auf einen gewissen Lerneffekt bei den Autofahrern. Schon am vergangenen Dienstag, dem Markttag in Vaals, sei die Lage viel entspannter gewesen, erklärt Costard: „Wir erwarten deshalb, dass das an diesem Wochenende ohne große Staus über die Bühne geht.“ Deshalb werde man die weitere Entwicklung lediglich „beobachten“. Das wird wohl auch Frank Dreßen wieder tun.

Am vorigen Sonntag hatte er seine Beobachtungen vom Verkehrschaos – unter anderem über die sich um die Vorfahrt prügelnden Autofahrer – per E-Mail dem städtischen Verkehrsmanagement und dem Ordnungsamt mitgeteilt. Tage später habe er die Antwort erhalten, man sei nicht zuständig, werde die Sache aber weiterleiten, erzählt er. Dann habe er nichts mehr gehört. Aber vielleicht ist ja an diesem Wochenende neben der Polizeileitstelle auch die Stadt etwas mehr „sensibilisiert“.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert