Ursula Verfuß-Eschweiler als Direktorin des Amtsgerichts verabschiedet

Von: Wolfgang Schumacher
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Feierlicher Wechsel: Ursula Verfuß-Eschweiler wurde am Montag als Direktorin des Amtsgerichts in einer sehr herzlichen Zeremonie verabschiedet. Ihre Nachfolge tritt Dr. Gisbert Fuchs an. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das war am Montag ein sehr beachtlicher Aufmarsch von hochklassigem juristischem Fachpersonal, das Landgerichtspräsident Stefan Weismann im Atrium des Justizzentrums begrüßte, darunter ehemalige Präsidenten, pensionierte Kammervorsitzende, Abgesandte verschiedener Obergerichte, Staatsanwältinnen und -anwälten, nicht zu vergessen Aachens Polizeipräsident.

Sie alle waren gekommen, um die langjährige Direktorin des Aachener Amtsgerichts, Richterin Ursula Verfuß-Eschweiler, in einer schönen Feier zu verabschieden.

Gleichzeitig wurde ihr Nachfolger, Richter Dr. Gisbert Fuchs aus Jülich, ins Amt eingeführt. Die gelungene Feierstunde wurde umrahmt vom Gitarrenvirtuosen Professor Hans-Werner Huppertz. Er brillierte in ungewohnter Atmosphäre mit Werken von Villa-Lobos, Mangoré und Lauro.

Großes Lob zollte Weismann der stets bescheiden auftretenden Juristin, die seit 2008 als Direktorin rund 300 Mitarbeiter im Amtsgericht geführt hat. Bereits als stellvertretende Chefin im beachtlich großen Haus habe Ursula Verfuß-Eschweiler Enormes geleistet, unterstrich der Landgerichtspräsident. 1976 hatte sie ihren Richterdienst aufgenommen und sich „hohen Respekt“ nicht zuletzt „wegen ihrer besonderen Kollegialität“ erworben, unterstrich Weismann. Und das eben bei allen, die mit ihr zu tun hatten.

„WG“ hat ihr viel zu verdanken

„Unsere ,Wohngemeinschaft‘ Justizzentrum hat ihr außerordentlich viel zu verdanken“, sagte Weismann augenzwinkernd und vollzog danach einen letzten offiziellen Akt im Hinblick auf die verdiente Richterin Verfuß-Eschweiler: „Liebe Kollegin, Sie müssen hier unten mit zwei Unterschriften bekunden, dass Sie mit einer Veröffentlichung dieses Vorgangs im Internet einverstanden sind“.

Die jetzt ehemalige Direktorin hatte nichts dagegen und unterschrieb. Sie bedankte sich mit oft bewegter Stimme für das Vertrauen, das man ihr über die langen Jahre geschenkt habe. Ein wenig Wehmut schwang mit bei der 65-Jährigen, die man glatt für eine Frühpensionärin halten könnte: „Nun ist es vorbei, mein Berufsleben“, sagte sie mit der sprichwörtlichen Träne im Knopfloch.

Zuvor hatte auch Stadtkämmerin Annekathrin Grehling die Grüße der Stadt überbracht, Rechtsanwalt Thomas Polhammer sprach für den Anwaltsverein, Heiner Roemer repräsentierte die Notare, der Richterrat wurde von Dr. Linda Souren vertreten, und Amtsrätin Petra Collas entbot als Vorsitzende die besten Wünsche des Personalrates.

Für den „Neuen“, den 1961 in Jülich geborenen Amtsgerichtsdirektor Gisbert Fuchs, blieb als letzter Redner dennoch noch genügend Zeit. Er wolle in den kommenden Monaten jeden einzelnen Mitarbeiter persönlich aufsuchen, kündigte er an: „Ich gehe von Büro zu Büro.“ Denn für ihn sei das Gespräch miteinander eine zentrale Angelegenheit von höchstem Rang.

Nur wenn einer verlange, er solle in dieser Aachener „Justiz-WG“ auch das Kochen übernehmen, dann müsse er leider streiken, scherzte er.

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