Urnenwände dienen als letzte Ruhestätte

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Ist Ansprechpartner für das neue Kolumbarium: Wolfgang Berg vom Stadtbetrieb vor den neuen Wänden auf dem Friedhof Hüls. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 101 Jahre hat sie gelebt. Nun hat die Frau ihre letzte Ruhe hinter einer roten Steinplatte etwa auf Kopfhöhe der Hinterbliebenen gefunden. Die Angehörigen können auf einer altengerechten Bank - im Rücken die Trauerhallen - verweilen.

Die 101-Jährige ist eine von drei Menschen, die bereits in den neuen Kolumbarien auf dem Friedhof Hüls beigesetzt wurde. Seit zwei Monaten gibt es die drei Urnenwände auf dem Friedhof Hüls. Sie gehören zu den pflegefreien Grabarten.

„Auf dem Friedhof in Eilendorf stehen schon längere Zeit Urnenwände. Die wurden sehr gut angenommen”, erläuterte Wolfgang Berg, beim Stadtbetrieb Bereichsleiter für den Friedhof Hüls und Ostfriedhof, warum das Angebot nun auch auf einem der Zentralfriedhöfe der Stadt um die Urnenwände erweitert wurde. Mit Recht. Berg hatte bereits viele interessierte Nachfragen.

Insgesamt stehen auf dem Friedhof Hüls Plätze für 120 Familien in den Kolumbarien zur Verfügung. Weitere Plätze sollen 2012 auf dem Westfriedhof geschaffen werden. Wie jedes andere Urnengrab auf einem städtischen Friedhof kostet ein Platz in der Urnenwand für 20 Jahre Nutzungsrecht 2055,40 Euro. Jedes weitere Nutzungsjahr wird mit 102,77 Euro in Rechnung gestellt. Vier Urnen können hinter einer roten Steinplatte Platz finden. „Die Ruhefrist für jeden Verstorbenen beträgt mindestens 20 Jahre”, erklärte Berg. „Wenn die Ruhezeit nicht verlängert werden soll, werden die Aschekapseln anschließend auf einem Rasenstück auf dem Friedhof für immer beigesetzt.”

Der Gestaltung sind - verglichen mit einem Platz in der Grabeskirche St. Josef - relativ wenig Grenzen gesetzt. Schriftart und -farbe sind frei wählbar, die Buchstaben können graviert oder aufgesetzt werden. Auch weitere Texte sind erlaubt, solange sie auf der kleinen Platte Platz finden.

Strenger sind die Vorgaben, was die zusätzliche Gestaltung betrifft. „Jeder kann ein Zeichen - betende Hände, ein Kreuz oder anderes - wählen. Zudem gibt es die Möglichkeit, dass der Steinmetz eine Halterung für eine kleine Viole als kleine Blumenvase anbringt”, sagte Berg. Halterungen für Grablichter oder größeren Blumenschmuck wird es nicht geben - ein Kolumbarium ist eben eine pflegefreie Grabart.

Mit den neuen Urnenwänden werden auf dem Friedhof Hüls nun alle zugelassenen Grabarten angeboten - ausgenommen der Baumgräber. Die gibt es nach wie vor nur auf dem Waldfriedhof.

Immer im Frühjahr werden die Grabsteine der abgeräumten Gräber auf den Friedhöfen der Stadt zwischengelagert, bevor sie für teures Geld entsorgt werden. Interessenten an alten Steinen - als Beeteinfassung, Treppenstufen oder für Bruchsteinmauern - können sich zu dieser Zeit bei den Friedhöfen melden und kostenlos Steine mitnehmen.
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