Unterrichtet wurde lange in Notbaracken

Von: sip
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Hörn. Gleich einen doppelten Geburtstag hat die Interessengemeinschaft Hörner Vereine mit ihrem Bürgerfest gefeiert. Vor 75 Jahren entstand der Stadtteil Hörn, vor 50 Jahren wurde die IG Hörn-Königshügel-Muffet, der heute 17 Vereine angehören, gegründet.

Aus diesem Anlass präsentierten sich die Hörner Vereine auf dem Schulhof der Grundschule an der Ahornstraße. Ein buntes Programm zeigte die Vielfalt der Vereine und Initiativen des Stadtteils.

Neben dem Trommler- und Pfeiferkorps Aachen-Hörn sorgten die Aachener Stadtmusikanten für gute Stimmung. Interessierte konnten sich unter anderem an den Ständen der Melaten Gesellschaft Aachen und der Siedlergemeinschaft Finkenweiden-Hörn über die Arbeit der Initiativen informieren. Ausstellungen mit zahlreichen Fotos ließen die Geschichte des Stadtteils lebendig werden.

Im August 1935 wurde auf dem Gebiet der Hörn die so genannte „Kinderreichensiedlung” von 20 Ehepaaren und ihren 143 Kindern bezogen. Die Häuser, in die die Menschen einzogen, hatten sie selbst, erbaut. Ohne zu wissen, in welches Haus sie später einziehen würden. Erst nach der Fertigstellung der Rohbauten wurde entschieden, wer in welchem Haus wohnt. Das Los traf die Entscheidung. Die Familien mussten eine Belastung von monatlich 28,25 Reichsmark stemmen, um ihr Eigenheim zu finanzieren.

Aufgrund des zunehmenden Platzbedarfs wuchs die Besiedlung der Hörn stetig. Im Jahre 1937 folgte die „Textilsiedlung”, 1938 die „Volkswohnungsblocks” und in den Jahren 1938 bis 1940 die „Eisenbahnsiedlung”. Durch den Krieg wurde das Wachsen des Wohngebietes bis zum Ende der Kämpfe jäh unterbrochen.

Ab 1950 gab es auf der Hörn eine eigene Volksschule. Zuvor waren die Kinder des Wohngebiets in Notbaracken unterrichtet worden, oder hatten Schulen in der Stadt besucht.

Wichtige Impulse für die Entwicklung der Hörn gingen immer wieder auch von der RWTH Aachen aus. Zahlreiche Institute und Wohnheime entstanden auf der Hörn und rund um das Universitätsklinikum. Durch den ständigen Zuzug von Studenten und Universitätsangehörigen wurde aus der ehemaligen Arbeitersiedlung ein bunt gemischtes Wohnviertel. Mit dem geplanten Ausbau des Campus Melaten wird die RWTH auch weiterhin das Gesicht des Stadtteils prägen.
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