Aachen - Unternehmer setzen auf die Campusbahn

Unternehmer setzen auf die Campusbahn

Von: red
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Traumziel oder Horrovision? Spätestens nach Karneval wird die Debatte um die Campusbahn – die Animation zeigt die Trierer Straße – wieder Fahrt aufnehmen. Die AZ lotet die politischen Fronten im Detail aus.

Aachen. Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen hat sich mehrheitlich für die weitere Planung der Campusbahn in Aachen ausgesprochen. Die Abstimmung fiel nach „engagierter und auch kontroverser Diskussion“, so Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes, deutlich aus. 30 Mitglieder hätten mit „Ja“, vier mit „Nein“ gestimmt.

„Das Mobilitätsverhalten ändert sich“, sagte IHK-Präsident Bert Wirtz: „Seit Jahren steigen die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr, und das Aachener Busnetz stößt an seine Kapazitätsgrenzen.“ Die Vollversammlung zeigte sich einig darüber, dass das Oberzentrum Aachen in die Infrastruktur investieren müsse, um auch in Zukunft im internationalen Standortwettbewerb bestehen zu können. Wenn Aachen Unternehmen, Fachkräfte, Studenten und Wissenschaftler gewinnen wolle, müsse sich die Stadt mit einem modernen Verkehrsmittel profilieren. Darüber hinaus habe die geplante Campusbahn aufgrund ihrer Verknüpfung mit der Elektromobilität innovativen Charakter.

Aber es gab auch deutliche Kritik. Die Campusbahn müsse stärker in ein Mobilitätskonzept für die gesamte Region eingebunden werden, hieß es. Die Unternehmer appellierten an die Verantwortlichen, die finanziellen Belastungen offen zu kommunizieren und gleichzeitig darzustellen, an welchen Stellen im städtischen Haushalt gespart werden soll. Die kritische Analyse eines von der IHK beauftragten Gutachters hatte das Kalkulationsmodell der Campusbahn zuvor in vollem Umfang bestätigt. Vermisst wurde auch ein „innovatives Marketing“, um das Projekt noch mehr und vor allem offener in der Öffentlichkeit zu bewerben.

„Das Vorhaben liegt nach Abwägung aller Vor- und Nachteile im Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft“, resümierte Wirtz. In Gesprächen mit Verwaltung und Politik habe die IHK verdeutlicht, dass die Finanzierung der Campusbahn nicht an Steuererhöhungen gekoppelt werden dürfe. Dies steht inzwischen nicht mehr zur Diskussion. Die endgültige Entscheidung über den Bau der Bahn kann erst nach der nächsten Planungsstufe gefällt werden. „Insofern hat der Stadtrat mit seinem Beschluss Verantwortung für die Stadtentwicklung gezeigt“, sagte Wirtz.

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