Unterhaltsames Dichter-Porträt

Von: kaa
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Aachen. Als Johann Wolfgang Goethe 1832 starb, war er 82 Jahre alt und hinterließ tausende Gedichte, Briefe, Dramen, Schauspiele und Tagebücher.

Einen Querschnitt durch dieses reichhaltige Werk präsentierte der Rezitator Andreas Grude auf Einladung der deutsch-belgischen Kulturinitiative „Kukuk” im ehemaligen deutschen Zollhaus an der Eupener Straße.

Unter dem Titel „Goethe - liebe, leiden, leben!” zeigte Grude, dass sich hinter der Fülle der Werke, die Goethe hinterließ vor allem ein Mensch verbarg, der lebensfroh und launisch, teils depressiv, gefühlvoll und stur, hochmütig und bisweilen sogar vulgär war. „Heute ist Goethe eher etwas für weltfremde Enthusiasten”, sagte Grude in seiner Einführung und spielte damit auf den Umstand an, dass Goethe selbst im Schulunterricht zunehmend an Bedeutung verliert. Doch für diesen Abend hatten sich genügend Enthusiasten zusammengefunden - die Veranstaltung war nahezu ausverkauft - um sich von den kraftvollen Texten berühren zu lassen. In den 90 Minuten zeichnete Grude einen höchst unterhaltsames und kurzweiliges Porträt des Dichters, Schriftstellers und Universalgelehrten, der im zarten Alter von sieben Jahren bereits mit einigen selbst gedichteten Versen seine Großeltern beglückte.

Diese ersten Zeilen, keck von Grude vorgetragen, lassen bereits erahnen, dass Goethe es ernst meint mit einer dichterischen Karriere. Grude rezitiert im Verlauf des Abends bekanntere und unbekanntere Gedichte, aber auch Auszüge aus seinen wichtigsten Prosawerken, wie „Die Leiden des jungen Werther” oder aus Dramen, wie dem „Faust”, und aus Korrespondenzen, die Goethe mit Zeitgenossen und Freunden führte. Dabei ist er mal lieblich schmeichelnd, mal schimpfend, mal still und andächtig. Seine Rezitationen ergänzt Grude mit Hintergrundinformationen zum Leben des Dichters, wie beispielsweise die Tatsache, dass seine Liebschaften immer auch Auslöser für sein dichterisches Schaffen waren. Nach gut anderthalb Stunden entließ Grude sein hochzufriedenes Publikum. Der Abend im „Kukuk” bildete zugleich auch den Abschluss seiner Reise mit diesem Programm. Für das kommende Frühjahr bereitet Grude ein Programm mit Lyrik aus dem Jahr 1848 vor, unter anderem mit Werken von Heinrich Heine. „Das sind ungeheuer kraftvolle Texte, die zu einer Zeit entstanden sind, in der Menschen mit Worten noch etwas bewegen konnten.” Er wird es wieder verstehen, sein Publikum mitzureißen.
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