Aachen - Unschuld erwiesen: Leines startet durch

Unschuld erwiesen: Leines startet durch

Von: Matthias Hinrichs
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Will das „Hazienda“-Gelände an der Lintertstraße weiter als Erholungsort für schwerkranke Kinder und deren Eltern ausbauen: Rocker Uwe „Leines“ Gaworski schaut jetzt nach vorn – und hält auch an seinen Plänen für ein weiteres soziales Projekt in Spanien fest. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Seltsame Blüten hat der Kampf um den guten Ruf der „Hazienda Arche Noah“ auf dem parkartigen Gelände des Hilfsvereins für schwerkranke Kinder und deren Eltern in den vergangenen Monaten getrieben. Jetzt aber ist dessen Gründer Uwe „Leines“ Gaworski aus juristischer Sicht vollständig rehabilitiert.

Die Staatsanwaltschaft hat die langwierigen Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Ein Verfahren wegen falscher Anschuldigungen steht, wie die Behörde bestätigt, derweil gegen die Urheberin der Vorwürfe im Raum. Sie hatte Leines unter anderem des illegalen Waffenbesitzes und der Unterschlagung bezichtigt und ihn mit einer Fülle weiterer Anzeigen überzogen.

„Haarsträubende Kampagne“

Im September 2015 war sogar die Polizei mit Spürhunden auf der „Hazienda“ vorstellig geworden, weil dort angeblich Waffen und Sprengstoff deponiert worden seien. Die Fahndung verlief negativ. Leines hatte immer wieder betont, dass er einer „haarsträubenden Rufmordkampagne“ zum Opfer gefallen sei. Bei einem Pressetermin legte er die Bücher der Initiative offen, um zu dokumentieren, dass der Verein auch finanztechnisch stets korrekt gearbeitet habe.

„Es ist uns immer nur darum gegangen, kranken Kindern und deren Eltern ein Umfeld zu bieten, in dem sie abschalten und entspannen können“, sagt er. Das solle so bleiben, auch hier in Aachen. Von einem eventuellen Verkauf des Geländes könne keine Rede mehr sein, beteuert der Alt-Rocker, der 2011 für sein Engagement mit dem „Bambi“ der Burda-Stiftung ausgezeichnet wurde. „Wir wollen das Angebot im kommenden Jahr sogar noch erweitern, indem wir weitere Rückzugsmöglichkeiten für die Erwachsenen schaffen, die oft einfach mal eine Auszeit brauchen.“

In den vergangenen Jahren hatte Leines mit seinen Mitstreitern das rund 9000 Quadratmeter große Areal in Forst in eine bunte Spielwiese, unter anderem mit behindertengerechtem Baumhaus, Biberburg und Piratenschiff sowie eigenem Eltern-Kind-Appartement, verwandelt. Aufgrund der massiven Verunglimpfungen sei die Resonanz in jüngerer Zeit zwar erheblich zurückgegangen. „Aber auch in diesem Jahr haben wir wieder viele Kinder hier betreut – obwohl wir unter den permanenten Anfeindungen natürlich schwer gelitten haben“, betont er. Zumal sich zahlreiche Partner und Förderer, darunter die Politikerinnen Ulla Schmidt und Sabine Verheyen, vom Verein distanziert hatten – Letztere vor allem deshalb, weil Leines lange geforderte Rechenschaftsberichte nie vorgelegt hatte.

Zudem war immer wieder kritisiert worden, dass es hinter den großen Toren zum Gelände an der Lintertstraße seltsam ruhig bleibe, Gäste kaum gesichtet würden. Was Leines mit Nachdruck zurückweist – das Engagement sei ungebrochen. Schmidt und Verheyen habe er wiederholt eingeladen, sämtliche Unterlagen einzusehen, die die sozialen Aktivitäten der „Hazienda“ dokumentierten.

Nun aber schaue er nach vorn, halte auch am Vorhaben fest, eine zweite Hilfseinrichtung unter dem Namen „Centro de los Angeles“ in Spanien zu gründen. Inzwischen habe der Verein diesen Namen offiziell übernommen, was die Aktivitäten auf der „Hazienda“ indes nicht im mindesten berühre. „Das wir jetzt hier wieder durchstarten können, verdanken wir sicher auch dem Oberbürgermeister, der immer zu uns gestanden hat“, meint Leines.

OB Marcel Philipp hatte sich ebenfalls häufig um Spendengelder für den Verein bemüht und um Unterstützer geworben. „Das will ich auch weiterhin tun“, sagte Philipp der AZ auf Nachfrage. „Von der guten Arbeit des Vereins habe ich mich immer wieder, auch vor Ort, überzeugen können.“

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