Unlautere Dachdeckerangebote: Wenn Haie vor der Türe stehen

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
10856809.jpg
Die Fachinnungen warnen vor unlauteren Dachdeckerangeboten: Immer wieder fallen Menschen auf vermeintliche Schnäppchen herein. Foto: Jan Woitas/dpa

Aachen. Man kann nicht behaupten, dass sie im Trüben fischen. Ganz im Gegenteil, sie arbeiten bei hellem Tageslicht und in frischer Luft – die Dachhaie! Aber eines haben sie mit ihren Namensvettern aus den Ozeanen gemein: Sie sind gefährlich und als Betroffener hat man meistens das Nachsehen.

Dabei ist die Vorgehensweise der Betrüger immer die Gleiche. An der Haustüre werden den Eigentümern für wenig Geld kleine und günstige Dienste angeboten, wie beispielsweise die Dachrinnenreinigung. Nach getaner Arbeit machen die Handwerker den Eigentümer dann auf angeblich größere Dachschäden aufmerksam, die sie sofort oder am nächsten Tag beheben können.

Dabei ist die Skrupellosigkeit der Täter äußerst erschreckend. Dietmar Steinmetz, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Region Aachen weiß: „Es handelt sich um ein bundesweites Phänomen. Und obwohl alle Verantwortlichen vor unseriösen Handwerkern warnen, fallen dennoch immer wieder Menschen auf die Tricks herein.“

Deshalb mahnt Steinmetz zu erhöhter Vorsicht: „Machen sie grundsätzlich keine Haustürgeschäfte mit reisenden Handwerkern! Lassen sie die Handwerker nicht ins Haus! Und wenn sie den Auftrag vergeben möchten, informieren sie sich bei der Kreishandwerkerschaft oder der Dachdeckerinnung über die Firma!“

Die Betrüger handeln nämlich angeblich im Auftrag von bekannten Firmen und erschleichen sich mit den oben genannten falschen Unterlagen das Vertrauen der Menschen. In aller Regel erhalten die Hausbesitzer auch keine Rechnung über die geleisteten Arbeiten, so dass die Kosten auch nicht steuerlich geltend gemacht werden können.

Erstens bezahlt man zuviel, zweitens für einen Schaden, den es nicht gibt und drittens hat man keine steuerliche Vergünstigung. Bei gewissen Arbeiten am Dach kann es sogar ganz dicke kommen: In dem Moment, wo der Bauherr nämlich große Veränderungen am Dach vornehmen lässt, müssen gesetzliche Vorgaben bezüglich der Energiesparverordnung eingehalten werden.

Wird dies durch unsachgemäße Ausführung der Handwerker versäumt, ist der Bauherr in der Verantwortung. Und dann zahlt wirklich keine Versicherung.

Steinmetz ist selbst ein wenig fassungslos. Natürlich seien vor allem ältere Menschen betroffen, die gutgläubig auf die Vorschläge der Handwerker eingingen. „Aber wir haben auch den Lehrer und den Professor, die sich von einem vermeintlichen „Schnäppchen“ ködern lassen“.

Steinmetz vermutet eine hohe Dunkelziffer hinter den Betrügereien, denn die Anzahl der Klicks auf die Internetseite „www.vorsicht-dachhaie.de“ sei sehr hoch. Wenn jemand hinter einem derartigen Angebot eine betrügerische Absicht vermutet, sollte er umgehend die Polizei verständigen.

Zumindest aber bei der Kreishandwerkerschaft (0241/949820, www.aachenerhandwerk.de) oder der genannten Firma nachfragen, ob es mit den Handwerkern vor Ort auch seine Richtigkeit hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert