Aachen - Unkraut sprießt, Unmut der AZ-Leser wächst

Unkraut sprießt, Unmut der AZ-Leser wächst

Von: Thorsten Karbach
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Es grünt: An der Treppe Richtung Westhalle erleben Passanten ihr blaues Wunder. Brennnesseln wuchern rund um den Handlauf.

Aachen. Mit dem Unkraut wächst in der Sophienstraße der Unmut. Mit dem Unkraut sprießt an der Ecke Charlottenstraße der Ärger. Es ist nur eine von vielen Ecken in der Stadt, an denen Leser wie Anneliese Beck den buchstäblichen Wildwuchs auf Fußwegen, in Baumfeldern und kleinen Grünanlagen bemängeln.

Wie passend: Auf so manchem Gehweg drückt der Schuh. Im Preusweg beschwert sich Professor Carl Witt, dornige Brombeerranken wucherten über den Bürgersteig. „Irgendwann gibt es hier einen schönen Laubenhang“, sagt er. Am II. Rote-Haag-Weg sehen Katrin und Klaus Hilke, dass der verschmutzte und zugewachsene Fußweg nach Regenschauern „gefährlich glatt“ wird.

Doch nicht nur vor der Haustür sehen die Hilkes Handlungsbedarf: Auch in der Innenstadt seien die Gehwegplatten „verdreckt, teilweise kaputt und derartig uneben, dass man ständig Angst hat hinzufallen“. Carl Witt sagt: „Im Sinne der Verkehrssicherheit kann das alles nicht sein.“ Stichwort Sicherheit: An den Treppen zwischen Vaalser Straße und Schwimmhalle Kronenberg fehlen teilweise Treppengeländer, stehen sie, sind sie von Brennnesseln überwuchert – und damit alles andere als hilfreich. „Hier wird nicht an ältere Menschen gedacht“, findet unsere Leserin Helene Liesmann-Kozlowski.

Es ist ein gewachsenes Problem. Das weiß auch Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Es ist oftmals mühsame Handarbeit. Und manchmal müssen eben andere Arbeiten vorgehen“, erklärt sie. Wenn Unkraut in Fugen von Gehwegen wuchert, dann fällt dies in den Verantwortungsbereich der Straßenreinigung – und sollte eigentlich während der normalen Arbeit erledigt werden. Sprich: Laub zusammenfegen, weggeworfene Kippen aufheben und zwischendurch ein paar Fugen freikratzen. Für Baumfelder und Parkanlagen ist dagegen die Abteilung Grünpflege im Stadtbetrieb verantwortlich.

Große Bäume – große Probleme: Die sehen, so berichten unsere Leser Jutta Lauscher und Hilde Lennartz, durch die Linden in der Eilendorfer Severinstraße zwischen Von-Coels-Straße und Kirchfeldstraße. Blüten, Samen und Laub beschäftigen die Anwohner monatelang. „Mittlerweile häuft sich in den Parkbuchten der Laubabfall“, sagen die Anwohner. Noch dazu sind die Bäume derart gewachsen, dass die Nachbarschaft im Dunkeln hockt. Eine Unterschriftensammlung wurde deswegen bereits gestartet, die Antwort des Stadtbetriebes steht aber noch aus.

Von Eilendorf zum Kronenberg: Vor Jahren fiel ein Baum an der Händelstraße, es war ein stürmischer Tag. Still ruht der See seitdem, an Ort und Stelle wächst Unkraut – kein Baum. Von drei anderen Bäumen sind zwei jahrelang nicht von Seitentrieben befreit worden. „Dies vermittelt einen sehr ungepflegten Eindruck, der dem berühmten Namensgeber der Straße und der Stadt Aachen nicht zur Ehre gereicht“, meint AZ-Leser Edgar Brück. Anderswo ist der Spielraum der Stadt begrenzt – wenn der Ärger auf Privatgrundstücken wartet. Ein leerstehendes Haus am Rosenhügel in Laurensberg ist ebenso Stein des Anstoßes wie mancher Garten. Doch die Stadt kann nur eingreifen, wenn besagte Verkehrssicherheit gefährdet ist, also wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. 

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