Uniklinik: Neue High-Tech-Geräte verlassen Schwebezustand

Von: Andreas Cichowski
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Sonst im Einsatz bei der Montage von Windrädern: Der Großkran, der bis zu 750 Tonnen heben kann, hievte die neuen Module in den Innenhof des Klinikums. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Die Modernisierung der neuroradiologischen Station an der Uniklinik schreitet mit großen Schritten voran. Der dafür notwendige Erweiterungsbau wurde in nur drei Tagen in Modulbauweise errichtet und mit den neuen Magnetresonanztomographen (MRT) bestückt.

In der Nacht zum vergangenen Wochenende trafen die bis zu sechs Meter breiten Module vom Hersteller in Thüringen auf acht Schwertransportern in Aachen ein, wo für die geübten Fahrer das schwierigste Etappenstück wartete. In polizeilicher Begleitung ging es von der Vaalser Straße durch die Schurzelter Straße und die Hans-Böckler-Allee, enge Kurven wurden mit Blechen verbreitert, wo kleinere Äste im Weg waren, half die Feuerwehr kurzerhand aus um ein ungestörtes Vorankommen zu ermöglichen.

Mit einem Großkran, der bis zu 750 Tonnen heben kann und sonst vorwiegend bei der Errichtung von Windkraftanlagen zu finden ist, wurden die teils über 30 Tonnen schweren Module in der vergangenen Woche planmäßig – und das trotz Behinderungen durch den starken Wind – an ihren Platz im Lichthof 3 gehoben und dort zu einem Neubau zusammengesetzt. Da die Module zu 90 Prozent vorgefertigt angeliefert wurden, werden nun nur etwa sechs Wochen benötigt, ehe das Gebäude baulich fertiggestellt ist.

Das Herzstück des neuen Gebäudes bilden zwei neue MRT, die ebenfalls mit dem Kran am Wochenende eingebaut wurden. „Mit MRT-Geräten kann man ohne Nebenwirkungen und ohne Röntgenstrahlen, in den Körper hineinsehen‘“, erklärte Prof. Dr. Martin Wiesmann, Direktor der Klinik für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie. Dieses Verfahren, für das Magnetwellen benutzt werden, sei so gut, dass es in der Medizin zum Nutzen der Patienten verstärkt eingesetzt werde.

Die beiden neuen MRT der Neuroradiologie des UKA seien die wohl besten Geräte, die es derzeit auf der Welt gäbe. „Das stärkere Gerät ermöglicht so hoch aufgelöste Bilder, dass damit Erkrankungen des Gehirns viel genauer und früher erkannt werden können als bisher, zum Beispiel Tumoren oder Schlaganfälle“, so Wiesmann.

„Das kleinere Gerät ist besonders gut für Erkrankungen der Wirbelsäule geeignet“. Durch eine besondere Technik könne man damit auch viele Patienten untersuchen, die nach einer Operation noch Metallimplantate in der Wirbelsäule haben. „Das war bisher wegen der durch das Metall verursachten Bildstörungen nicht möglich“, erläutert Wiesmann.

Auch viele Patienten mit einem Herzschrittmacher, die bisher keine MRT-Untersuchung bekommen konnten, weil der Herzschrittmacher durch das MRT gestört werden kann, könne man nun untersuchen. „Wir werden die Geräte rund um die Uhr betreiben. Das heißt, alle Patienten, denen die Untersuchung helfen könnte, können von uns jederzeit und so frühzeitig untersucht werden, wie es wünschenswert ist.“

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