Aachen - Unicef-Arbeitsgruppe möchte die Kinderarbeit bekämpfen

Unicef-Arbeitsgruppe möchte die Kinderarbeit bekämpfen

Von: Christoph Classen
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Klares Bekenntnis: Die Unicef-Arbeitsgruppe fordert einen Stopp der Kinderarbeit und will von Aachen aus mit Aktionen zur Verwirklichung dieses Zieles beitragen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es war sicher ein feierlicher Akt, als die UN-Generalversammlung am 20. November die Kinderrechtskonventionen verabschiedete. Bis auf die USA und Somalia ratifizierten alle Länder dieser Erde den Beschluss.

Aber die Realität sieht anders aus. Christiane Raumanns weiß das. Wenn sie 20 Jahre nach Inkrafttreten der Kinderrechtskonventionen Bilanz zieht, dann ist die nicht sonderlich positiv. „In vielen Ländern sind Kinderrechte schlicht Makulatur”, sagt die Sprecherin der Aachener Unicef-Arbeitsgruppe.

Weltweit gibt es 158 Millionen Kinder, die unter meist menschenunwürdigen Bedingungen schuften müssen. In Indien sind sie zum wirtschaftlichen Faktor der Baumwollproduktion geworden, auf den Philippinen müssen sie sich prostituieren, in Burkina Faso gehen sie unter Tage, um Gold abzubauen, und in Ecuador arbeiten sie auf Müllkippen.

Unicef kämpft in diesen Ländern gegen die Ausbeutung von Kindern. Aber die Hilfsorganisation steht auf verlorenem Posten, wenn sie dabei keine Unterstützung erfährt. Die soll auch aus Aachen kommen. Die örtliche Unicef-Arbeitsgruppe hat zu diesem Zweck ein Projekt auf die Beine gestellt. Dank der Hilfe zahlreicher Kooperationspartner konnten vier Veranstaltungen konzipiert werden, die eine gemeinsame Zielsetzung verbindet: Sie richten sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Kleine Hände - krummer Rücken

Los geht es mit der Ausstellung „Kleine Hände - Krummer Rücken” in der Filiale der Commerzbank in der Theaterstraße. Silke Fock-Kutsch zeigt dort Aufnahmen, die sie bei den zahlreichen Unicef-Reisen mit ihrem Mann Manfred Kutsch gemacht hat. „Die Fotos sollen den 158 Millionen ausgebeuteten Kindern Gesichter geben”, sagt Silke Fock-Kutsch.

Guido Kempen, Filialleiter der Commerzbank, formuliert es so: „Jeder, der selber Kinder hat, ist schockiert, dass so etwas in einer zivilisierten Welt möglich ist.”

Die Ausstellung soll den Blick auf das Thema Kinderarbeit lenken, das Leid begreifbar machen. Genau wie die zweite Veranstaltung, ein Aktionstag gegen ausbeuterische Kinderarbeit vor dem Elisenbrunnen. Unicef wird traurige Fakten plakativ ausbreiten und Schüler des Rhein-Maas Gymnasiums informieren die Bürger im Rahmen einer Umfrage über das Thema Kinderarbeit.

Die beiden folgenden Veranstaltungen, ein Benefizkonzert des Aachener Kurorchesters und eine Benefizvorstellung der Chor- und Theater AG der Grundschule Driescher Hof im Das Da Theater, haben den Zweck, möglichst viele Spenden zu akquirieren. Denn Vater und Mütter schicken ihre Kinder in Bergwerke und Bordells, weil sie keinen anderen Ausweg sehen.

Veranstaltungen gegen Kinder-Ausbeutung

Die Ausstellung „Kleine Hände - Krummer Rücken” wird am 8. Juni, 11 Uhr von Silke Fock-Kutsch, Manfred Kutsch und Kindern der Grundschule Annastraße in der Commerzbank-Filiale, Theaterstraße 21-23, eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 26. Juni.

Der Aktionstag gegen ausbeuterische Kinderarbeit wird am 16. Juni, 11 Uhr, vor dem Elisenbrunnen eröffnet. Unicef informiert dort über das Thema Kinderarbeit, Schüler des Rhein-Maas-Gymnasiums machen eine Bürgerumfrage zu diesem Thema.

Von Bach bis Beatles: Unter dieses Motto hat das Aachener Kurorchester sein Benefizkonzert am 18. Juni, 20 Uhr, in den Kurparkterrassen gestellt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Die Benefizvorstellung des Kindermusicals „Der kleine Tag”, das die Chor und Theater AG der GS Driescher Hof am 20. Juni, 16 Uhr, auf der Bühne des Das Da Theaters zeigt, kostet auch keinen Eintritt, Spenden gebeten.
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