Ungewöhnliche Gastronomiekonzepte erobern die Stadt

Von: Robert Esser
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Vintage & Café: (v.l.) Florian Schüring, Dorota Latten, Kirsten Heintz und Nadine Sändker mit „Cocoon“ und „Baristinho“, Kleinmarschierstraße. Foto: Andreas Steindl
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„Alex“: Eine der 45 deutschen Filialen gibt es jetzt – nach dem Aus fürs „Lust for Life“ – am Aachener Marktplatz. Foto: Andreas Steindl
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„Twentyfive Steakclub“: Sternekoch Christof Lang (r.) eröffnet mit Restaurantchefin Teresa Froitzheim und Architekt „J.J.“ Gerd Goebgens. Foto: Andreas Steindl
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„Leni liebt Kaffee“: Die Mikrorösterei aus Burtscheid führt nun ein weiteres Lokal mit gewaltiger Siebdruckkaffeemaschine in der Altstadt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Fleisch ist sein Gemüse: Nach der „Romanelli“-Pleite an der Schillerstraße eröffnet Sterne-Koch Christof Lang („La Bécasse“) dort mit Gastronomin Teresa Froitzheim und Architekt „J.J.“ Gerd Goebgens den „Twentyfive Steakclub“. Wobei der Name Programm ist.

An Pizza und Co erinnert hier nichts mehr. Stattdessen wird – unter anderem Gegrilltes – auf (kein abgefahrener Scherz) echten Bahngleisen serviert. An mehreren Orten in Aachen sorgen Gastro-Experten in diesen Tagen für Aufsehen – teils mit extrem ungewöhnlichen Konzepten.

So ein Franchise-System, wie es neuerdings wieder in Form einer weiteren neuen „Alex“-Filiale am Aachener Markt aufgetaucht ist, ist nur auf den ersten Blick individuell. Hier wurden vis à vis zum Rathaus zwei Geschäftshäuser – darunter die letzte Eisdiele vor Ort – zu einer Art Food Court vereinigt. „Fullservice-Ganztagesgastronomie“ mit 400 Sitzplätzen innen und außen nennt das Bernd Riegger, Deutschland-Chef des Unternehmens, das zur britischen Mitchells & Butlers-Gruppe zählt.

Er hat einen langjährigen Mietvertrag mit Gerd Sauren unterzeichnet, Geschäftsführer der ACI Aachener Immobilien Gesellschaft. „Alex“ war von 2000 bis 2014 mit einem seiner deutschlandweit 45 Betriebe im „Lust for Life“ in Aachen vertreten. Das Modehaus schließt nächste Woche endgültig und macht Platz für einen großflächigen „Food Market“, entwickelt von Norbert Hermanns, Vorstand der Aachener Landmarken AG – Einweihung womöglich schon Ende 2018.

Mit einem einzigartigen „Pop up“-Konzept vereinen Florian Schüring und Dorota Latten (Cocoon) sowie Kirsten Heintz, Nadine Sändker und Andreas Heitkamp („Baristinho“) die Themen Vintage und Kaffee in einer eigens aufwendig umgebauten ehemaligen Boutique in einer Gewoge-Immobilie an der Kleinmarschierstraße. Keine Antiquitäten, sondern ungewöhnliche Vintage-Möbel, Accessoires, Kleider, Taschen und Lampen im Industriedesign der 20er bis 70er Jahre treffen auf feinste Kaffeekunst, Kuchen, Bagel und Quiches. „Für mindestens ein Jahr wollen wir hier eine bislang beispiellose Symbiose eingehen – nach drei Jahren mit ,Cocoon‘ in der Südstraße und acht Jahren ‚Baristinho‘ mobil auf Aachens Märkten“, erläutert Schüring die ungewöhnliche Partnerschaft. Spätestens Anfang Juli sollen die ersten Kunden in der zusätzlichen Dependance verwöhnt werden.

Apropos zusätzlich verwöhnen: Das ist auch das kulinarische Ziel von „Leni liebt Kaffee“. Zum Burtscheider Café gesellt sich jetzt ein zentraler Standort in der Altstadt im früheren „Leonardo“-Geschäftslokal im Haus der Kohle, Buchkremerstraße. Die Mikrorösterei von Boris Zwick und Anna-Lena Heinrichs ist neben internationalen Kaffeespezialitäten – unter anderem – auf Frühstück und Eierspeisen spezialisiert. „Veganer, Vegetarier, aber natürlich auch Bacon-Fans sprechen wir besonders an – mit Kreationen von ‚Eggs Benedict‘ bis ‚Rührei mit Speck‘“, erklärt Zwick. Augenfällig ist die gewaltige „Kees van der Westen“ auf der Theke, quasi der Ferrari unter den Kaffeemaschinen, mit ähnlich eindrucksvollen Triebwerksmotoren für den jeweils optimal gefühlvollen Siebdruck je nach Kaffeesorte.

Von welcher Sorte der Steakclub von Lang, Froitzheim und Goebgens ist, verrät der Spitzenkoch: „Wir wollen kein Elitelokal mit entsprechend hohen Preisen schaffen, aber beste Steak-Qualität bieten“, stellt der 62-Jährige klar, der vergangenes Jahr vom Restaurantführer „Gault & Millau“ zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt wurde. Alte Holzdielen, edle spanische Lederstühle, Tische und Barelemente aus echten Bahngleisen bestimmen die authentische Optik des Restaurants.

Nach dem Probelauf wird ab Dienstag, 17 Uhr, offiziell geöffnet. Dann soll es auch schon attraktive Menüs und „All in“-Varianten geben. Der bronzene Stier – entworfen vom Aachener Kunstschmied Hans Lothmann („Öcher Mösch“) – ist das Wappentier des „Twentyfive Steakclubs“. Laut Chefin Froitzheim scharrt die erfahrene Crew – und auch das „junge Gemüse“ – schon kräftig mit den Hufen...

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