Ungeplante Sommerpause wegen Sanierung

Von: Oliver Schmetz
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Nicht hinter Gittern, aber ver
Nicht hinter Gittern, aber verschlossen: Wegen Brandschutzarbeiten bleibt das Alte Kurhaus drei Monate zu. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit dem Slogan „Und nach dem Ja immer der richtige Rahmen” lockt die Stadt Brautpaare in den Ballsaal des Alten Kurhauses. Und das Mietobjekt mit dem edlen Ambiente soll sich auch einiger Beliebtheit erfreuen.

Doch in diesem Jahr dürften manche Brautpaare ziemlich verärgert sein, denn das „immer” in dem Spruch muss man streichen. Stattdessen heißt es vom 2. Juli bis Ende September eher „nimmer” - in dieser Zeit bleibt das Haus wegen Brandschutzarbeiten geschlossen.

Die Stadt hat das am Dienstag in zwei dürren Sätzen mitgeteilt, laut Presseamt ist die Entscheidung zur Sanierung Ende vorigen Jahres gefallen. Dumm nur, dass da bereits etliche Sommertermine für Hochzeitsfeiern vergeben waren - schließlich planen Brautleute in der Regel mit einem Jahr Vorlauf. Für diese bedeutete das umplanen oder umziehen, beispielsweise in die Aula Carolina, was nicht jedem behagte. „Wir konnten uns aber mit allen einigen, nur ein Mieter war nachhaltig verärgert”, sagt Evelin Wölk vom Presseamt.

Auch beim städtischen Kulturbetrieb, der den Ballsaal und die Klangbrücke für Veranstaltungen nutzt, hielt sich die Begeisterung über die Bauarbeiten dem Vernehmen nach in Grenzen. Dort musste das bereits stehende Programm umgeschmissen werden: Die „Weltklassik am Klavier” am 8. Juli entfällt ganz, die Euriade-Termine im Juli werden teils in die Aula Carolina verlegt, Theater Tacheles und Bühne 78 werden ins Space im Ludwig-Forum ausweichen. Während des Kulturbetrieb dies auf seiner Website mit „dringenden” Baumaßnahmen begründet, handelt es sich laut Stadt allerdings um „nichts Akutes”. Evelin Wölk spricht von „kleineren Mängeln in der elektrotechnischen Anlage”, die man immer wieder repariert habe und wo nun ein Austausch nötig sei. Saniert werden Notbeleuchtung, Lüftung, Brandmeldeanlage, Stromleitungen, Brandschutztüren - insgesamt fließen dafür 600 000 Euro ins Alte Kurhaus. Warum man diese Maßnahmen nicht mit längerem Vorlauf geplant habe, um beispielsweise keine Mieter oder Kulturfreunde zu verprellen, begründet Wölk lediglich damit, dass „Ende 2011 das Signal kam, dass in diesem Jahr das Geld für die Sanierung da ist”.

Immerhin: Mit der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (GZM) und der Musikschule Music Loft gibt es auch Mieter, denen die Bauarbeiten kaum in die Quere kommen. „Wir wurden rechtzeitig informiert und konnten uns darauf einstellen”, sagt GZM-Geschäftsführerin Johanna Daske. „Aber ich will gar nicht daran denken, was passiert, wenn die Arbeiten länger dauern.” Laut Stadt ist diese Sorge unbegründet. „Anfang Oktober werden wir im Alten Kurhaus wieder durchstarten”, sagt Wölk.
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