Unfälle mit Fußgängern: Polizei registriert deutlichen Anstieg

Von: Kathrin Albrecht
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Michael Schulz von der Verkehrswacht und Norbert Karl (Polizei Aachen) machen es vor: Leuchtwesten können Fußgänger besser schützen.

Aachen. Der Unfall ist knapp zwei Wochen her: Weil sie bei Rot über die Ampel lief, wurde eine 16-Jährige vom Bus erfasst. Eine Situation, wie sie im Straßenverkehr fast täglich vorkommt, weiß auch Hauptkommissar Horst Peters von der Aachener Polizei. „In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hatten wir 119 Verkehrsunfälle mit Fußgängern. Das ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.“

Nicht selten verursachen Fußgänger durch falsches Verhalten selbst den Unfall, bei dem sie die Leidtragenden sind.

Durch Musik abgelenkt

Das beobachtet auch Michael Schulz von der Verkehrswacht: „Klassisch ist das Überqueren der Straße ohne vorher zu gucken, oder wenn die Ampel noch rot ist.“ Zeitdruck oder auch Abgelenktsein durch das Smartphone oder die Musik im Ohr führe dazu, dass Fußgänger im Straßenverkehr unaufmerksam werden. Um auf das Thema Verkehrssicherheit aufmerksam zu machen, war die Polizei in Kooperation mit Verkehrswacht und der Stadt Aachen am Mittwoch am Elisenbrunnen und an der Achse Theaterplatz-Blondelstraße unterwegs. Etwa 30 Einsatzkräfte verteilten Flugblätter, sprachen Passanten an und standen für Fragen zur Verfügung.

„Die Reaktion der Passanten war sehr positiv“, so Franz Hahn, der mit seinem Kollegen die Fußgängerampel an der Elisengalerie im Blick hat. Auf der anderen Seite ist Polizeihauptkommissar Günter Derks mit Tobias Glitsch ins Gespräch gekommen. Er kann sogar mit dem Straßenverkehr in Rom Vergleiche ziehen und kommt zum Ergebnis: „Als Radfahrer fühlte ich mich in Rom sicherer, weil Autofahrer durch die Motorroller, die dort kreuz und quer fahren, aufmerksamer sind. Mit Fußgängern wird des dort allerdings auch brenzlig.“ Er findet gut, „dass durch diese Aktion auch Fußgängern ins Gedächtnis gerufen wird, vorsichtiger zu sein“.

Derks geht es vor allem darum zu vermitteln, dass es weder um Schuld oder Recht gehe. „Man kann durch sein eigenes Verhalten viel steuern.“ Und nennt als negatives Beispiel eine Passantin, die, obwohl eigentlich gar nicht so gut zu Fuß, doch zwischen den Fußgängerampeln über die Straße lief, um ihren Bus zu erwischen. Und auch in anderen Situationen könnten Fußgänger dazu beitragen, die Gefahr zu entschärfen.

Um für andere sichtbarer zu werden, könnten Fußgänger, die entsprechend der dunklen Jahreszeit ebenfalls oft in dunklen Farben unterwegs sind, Leuchtwesten tragen. Kollege Alexander Dorschu ist von der Wirkung der Westen überzeugt. „Autofahrer nehmen Fußgänger in normaler Kleidung erst ab 35 Metern wahr, mit diesen Leuchtwesten werden sie bereits ab 140 Metern wahrgenommen.“ Manche Passanten sehen die Schuld für ihr „Fehlverhalten“ aber auch an mangelhafter Verkehrsführung. Oft müsse man Umwege gehen, wer die vermeiden wolle, bringe sich dann allerdings bisweilen in Gefahr.

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