„Unerklärlich hohe Werte“ beim Stickstoffdioxid

Von: Miriam Benhadid
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Problemfaktor Busverkehr: Während die NO2-Werte vor allem im Bereich Wilhelmstraße stagnieren, hat die Feinstaubbelastung – wie hier am Kaiserplatz – allerdings abgenommen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Viele gute Nachrichten, aber auch einige unerklärliche negative Ausschläge: Laut eines Zwischenberichts zum Luftreinhalteplan (LRP) 2015 ist die Aachener Luftqualität allgemein besser geworden. Trotzdem gibt es einige offene Fragen.

Der Bericht, der am kommenden Donnerstag, 19. Mai, im Mobilitätsausschusses des Stadtrats (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor) Thema ist, beschreibt insgesamt aber einen positiven Trend bei der Schadstoffbelastung für Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2).

EU-Limit weit überschritten

Obwohl die Auswertungen der Immissionsmessungen 2015 zum Großteil erfreuliche Ergebnisse liefern, verschlechtert die Entwicklung eines Stickstoffdioxid-Wertes das Gesamtergebnis. Zwar ist seit 2009 eine langsame kontinuierliche Senkung messbar, der Luftanteil von NO2 stagniert jedoch laut Verwaltung unerklärlicherweise an der Messstelle Wilhelmstraße seit drei Jahren bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Und: Der Wert ist immer noch viel höher als der von der EU vorgegebene Grenzwert (40 Mikrogramm).

Es wird vermutet, dass die Großbaustelle Aquis Plaza in den vergangenen Jahren Einfluss auf die Stagnation hatte. An anderen Stellen, wie am Adalbertsteinweg und in Burtscheid, verzeichnen die Messstationen unterdessen einen Rückgang der Stickstoffdioxid-Werte.

Die Feinstaubwerte haben sich durchweg verbessert. An den Messstationen Wilhelmstraße und Adalbertsteinweg sowie in Burtscheid ist ein deutliches und kontinuierliches Zurückgehen der Werte erkennbar. Außerdem liegen alle Ergebnisse unterhalb des EU-Grenzwertes. Besonders erfreulich, so die Verwaltung, seien die Resultate in Burtscheid.

Denn hier wurde bei beiden Messungen (für Stickstoffdioxid und Feinstaub) ein neuer Tiefstand festgestellt.

Auch die zulässigen Kurzzeitbelastungen für Feinstaub im Jahr 2015, das heißt „die Anzahl der Überschreitungstage des EU-Tagesmittelgrenzwertes von 50 µg/m³“, bewegen sich in der EU-Norm. Von den zugelassenen 35 Tagen pro Jahr wurden zwölf an der Wilhelmstraße benötigt und nur vier in Burtscheid.

Die hohe Anzahl von 46 Überschreitungstagen im Jahr 2013 erklärt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: Sie sei „zweifelsfrei auf eine benachbarte Großbaustelle zurückzuführen“. Mehr als 35 Überschreitungstage seien zukünftig nur noch unter Ausnahmebedingungen akzeptabel.

In der Fortsetzung des Luftreinhalteplans 2009 wurden die bisherigen Maßnahmen überarbeitet und ergänzt und der Fokus auf neue Schwerpunkte und Zielsetzungen gelegt. Das soll dazu beitragen, die positive Entwicklung weiter zu stärken. Erstes Ziel bleibt nach wie vor, eine „nachhaltige, stadtverträgliche und umweltfreundliche Mobilität“ zu schaffen. Konkret heißt das: Man möchte noch mehr Menschen dazu bewegen, den ÖPNV, das eigene Rad oder Carsharing-Angebote zu nutzen – oder eben auch zu Fuß zu gehen. Ein positiver Nebeneffekt sei dabei die gleichzeitige Verbesserung des Lärm- und Klimaschutzes.

Als wichtigen Schritt für die Fortführung der Verbesserungen nennt die Vorlage die Einführung der Umweltzone in Aachen Anfang Februar 2016. Weitere Verbesserungen verspricht man sich von der Maßnahme „Innovationsstrategie Aseag-Busflotte und Subunternehmen“. Denn auch das Aachener Busunternehmen muss für die Optimierung der Luftqualität aufrüsten. „Mittelfristig ist beabsichtigt, den ÖPNV in Aachen auf elektrische Betriebe umzustellen“, heißt es im Bericht.

Bis Ende 2018 sollen daher insgesamt 15 Batteriegelenkbusse durch die Stadt rollen. Außerdem sollen noch insgesamt 23 Busse mit deutlich weniger Schadstoffemissionen ihren Betrieb aufnehmen, so dass ab 2018 alle Fahrzeuge der roten Flotte mindestens in die Schadstoffgruppe 4 („grün“) eingestuft werden können.

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