Aachen - Und wieder erobert Othello die Frankenburg

Und wieder erobert Othello die Frankenburg

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
Eine Bühne mit neun Ebenen: D
Eine Bühne mit neun Ebenen: Das „Das Da Theater” spielt nach 1996 noch einmal „Othello” auf der Burg Frankenberg. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Für Tom Hirtz ist es so etwas wie sein persönliches Lieblingsstück. Schon 1996 brachte das „Das Da Theater” William Shakespeares Drama „Othello” auf die Bühne. Und bereits damals war Theaterleiter Hirtz für die Inszenierung verantwortlich.

Eine Kopie von 1996 wird es ab dem 14. Juni auf der Burg Frankenberg allerdings nicht geben: „Mit jeder Inszenierung entdeckt man neue Facetten dieser Geschichte. Das ist sehr spannend”, meint Hirtz.

Genau diese Vielfältigkeit ist vermutlich auch der Grund dafür, dass Shakespeares 1604 uraufgeführtes Stück bis heute eines seiner erfolgreichsten Dramen überhaupt ist. Intrigen, Eifersucht und Mord sind die Themen, die Shakespeares Schauspiel zu einem Bühnenerlebnis machen.

Wurde sie Jahrhunderte lang als reine Eifersuchtstragödie interpretiert, setzte man sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts auch mit der sozialen und historischen Konstruktion von Schwarz und Weiß auseinander und der damit verbundenen Außenseiterstellung des Titelhelden. „Interessant ist die Frage, ob die Geschichte von Othello auch ohne seinen Migrationshintergrund verlaufen wäre”, meint Hirtz.

Zur Erklärung: Der schwarze Immigrant Othello (gespielt von Jens Eisenbeiser) will aus Liebe zu Desdemona (gespielt von Rebecca Selle), der Tochter eines Senators, Venedig zu seiner Heimat machen, wo er bisher eine glänzende Karriere als führender Militärstratege hingelegt hat. Die Heirat mit Desdemona könnte Othellos letzter Schritt zur Integration sein. Doch unmittelbar nach der Hochzeit muss Othello in den Krieg nach Zypern ziehen.

Seine Frau folgt ihm ebenso wie Jago (gespielt von Raphael Fachner), ein Untergebener des Generals. Doch Jago hasst Othello, weil er ihn einst bei der Beförderung zu seinem Stellvertreter übergangen hatte. Daher entspinnt Jago eine bösartige Intrige, die Othello in die Fänge der Eifersucht und schließlich in die Katastrophe treibt. Er nutzt Othellos Angst, als Immigrant nicht wirklich anerkannt zu sein.

„Besonders die Personenkonstellationen bringen uns während der aktuellen Proben auf immer neue Ideen”, verrät der Theaterleiter. Und genau diese Personenkonstellationen untereinander spiegeln sich auch in dem außergewöhnlichen Bühnenbild wider. Ein Stahlgerüst teilt die Bühne in neun Schichten. „Damit wollen wir die einzelnen Hierarchien symbolisieren”, erklärt Frank Rommerskirchen, zuständig für Bühnen- und Kostümbild.

Ohnehin sei das Sommertheater auf der Burg Frankenberg ein echtes Highlight. „Je dunkler es draußen wird, desto dramatischer entwickelt sich die Handlung”, betont Hirtz. Insgesamt 40 Vorstellungen wird es geben. Bis auf die Wochenendvorstellungen gibt es noch ausreichend Karten sowohl im Theaterbüro in der Liebigstraße (Tel. 161688) als auch im Buchladen in der Pontstraße 39 (Tel. 28098). Infos gibt es unter www.dasda.de.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert