Und wie fühlt sich die 4. Liga wirklich an?

Von: Hans-Peter Leisten
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Hoffen auf eine „hohe vierstellige Zuschauerzahl“ gegen Verl: Lars Kröger, Medienmann bei der Alemannia, und Lutz van Hasselt (rechts), Fanbeauftragter und zuständig für den Ticketbereich. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Lutz van Hasselt erinnert sich noch ziemlich gut an das Spiel. Es war am 25. April 1999, einem Sonntag. Alemannia spielte gegen den SC Verl und kassierte in der 81. Minute das 0:1. Dann drehte das Publikum wie verrückt auf, 17.500 Zuschauer, und trieb die Mannschaft wie magisch nach vorne.

 In der 87. Minute versenkte Frank Schmidt einen Handelfmeter zum 1:1, in der vorletzten Minute schoss Mario Krohm das 2:1 und damit das Tor zur 2. Liga weit auf. Wären wir doch nur schon wieder in der 3. Liga – so dürften am Samstag alle Besucher des Spiels Alemannia Aachen gegen SC Verl denken. Mit Ausnahme der erwarteten 50 Gästefans. Inzwischen ist Alemannia in der 4. Liga, Lutz van Hasselt nicht nur als Fan-Beauftragter, sondern auch für die Ticketabteilung zuständig. Und gemeinsam mit Lars Kröger, der sich jetzt um die Medienarbeit kümmert, blickt er gespannt auf den Anstoßtermin am Samstag um 14 Uhr. Wie fühlt sich die 4. Liga an? Was hat sich für die Fans verändert? Oder auch nicht.

Zuschauerblöcke: Wie zum Ende der letzten Spielzeit werden nicht mehr alle Blöcke geöffnet. Geschlossen bleiben W3 und W4 (Sitzplätze zum Gästeblock hin), N3 bis N6 (Nordtribüne Richtung ALRV) sowie daran anschließend O1 bis O3 (Osttribüne stadtauswärts). Auch der Eingang Nord/Ost bleibt geschlossen. Die anderen Eingänge sind grundsätzlich 1,5 Stunden vor Anpfiff offen, morgen also ab 12.30 Uhr.

Sicherheit: Der Sicherheitsdienst der Rückrunde kümmert sich auch in der Regionalliga um die Sicherheit. „Die Kontrollen werden eher genauer, da in der Rückrunde angesichts der Insolvenzsituation manch einer Schlupflöcher in der Ticket-Situation ausgenutzt hat“, erklärt Lutz van Hasselt. Das bezog sich sogar auf den VIP-Bereich.

Stadionverbote: Klare Aussage der Verantwortlichen: Bundesweit ausgesprochene Stadionverbote gelten von der 1. bis zur 4. Liga. Auch die Auflagen für die Karlsbande, die ihre Banner und Spruchbänder weiterhin nicht im Stadion zeigen darf. Da müsse sich schon einiges deutlich zum Positiven verändern – wofür es keinerlei Anzeichen gebe, betont der Fan-Beauftragte.

Tickets: Manch ein Dauerkarteninhaber hat sich am Mittwoch gewundert, denn das Angebot zur Verlängerung der Dauerkarte lag – unterzeichnet von Sanierungsgeschäftsführer Michael Mönig und Insovenzverwalter Rolf-Dieter Mönning – am Mittwoch, 31. Juli, im Postkasten. Ablauf der Reservierungsfrist: 31. Juli. . . Die Nachfrage nach der „persönlichen“ Dauerkarte soll sich aber immer noch lohnen, genau wie die grundsätzliche Frage nach Dauerkarten. Bezahlte, aber nicht abgeholte Karten können am Info-Point auf der Stadionrückseite hinter der Stehgeraden entgegengenommen werden. Rund 2000 waren bis Donnerstagabend an den Fan gebracht, plus etwa 1000 Tageskarten. Die Preisspanne reicht von fünf Euro (ermäßigt, Jugendlicher, Stehplatz) bis 30 Euro (Vollzahler, Sitzplatz, neben Business-Sitzen). Grundsätzlich gilt, dass jede Karte im Vorverkauf immerhin zwei Euro günstiger ist.

Zuschauererwartung: Der Zuschauerschnitt ist mit 5500 angesetzt. Wie viele Kassen geöffnet werden, wird vom Andrang abhängig gemacht. Van Hasselt und Kröger hoffen, dass der Schnitt bereits morgen überschritten wird, denn: „Nach dem Sieg bei Fortuna Köln durfte man sich endlich mal wieder gut fühlen.“ Jetzt hoffen beide auf eine hohe vierstellige Zahl. Auch deshalb empfehle sich die rechtzeitige Anfahrt zum Tivoli.

Busse: Im Ticketpreis sind wieder die An- und Rückfahrt enthalten. Ab 11.30 Uhr setzt die Aseag zudem in kurzen Abständen wieder Shuttle-Busse ab Bushof und Hauptbahnhof und nach Spielende retour ein.

Stadionwurst: Die Versorgung mit Essen und Getränken liegt nicht mehr in der Hand der Alemannia, sondern bei Caterern. Natürlich gibt es Bier, Cola und Stadionwurst – ansonsten gilt nachfragen. Das lohnt sich übrigens nicht mehr im Klömpchens-Club, der nach Aussage der Verantwortlichen zu ist.

Fanartikel: Es gibt eine neue Kollektion. Nur: Die neuen Trikots sind noch nicht im Fan-Shop angekommen, weder Heim- noch Auswärtsleibchen. Vor der nächsten Heimpartie sollen sie aber da sein.

Tivoli-Echo: Die Stadionzeitung gibt es wie bisher, im gleichen Format, vielleicht zwei Seiten dünner, inhaltlich aber – so Lars Kröger – „vielleicht noch interessanter“.

Bilanz: An den äußeren Umständen hat sich nicht wirklich etwas im Vergleich zur (jüngsten) Abstiegssaison geändert. Viele Fans kennen vermutlich Frank Schmidt und Mario Krohm heute noch besser als manchen aktuellen Kicker. Und diese wiederum ahnen noch nicht, wie verrückt die Aachener Fans sein können. . . Vielleicht ist der Gegner Verl ein gutes Omen.

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