„Und los”: Im Kletterwald ist ab März Kondition gefragt

Von: Jan Uphues
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Sportlicher Spaß in luftiger Höhe: Am 1. März öffnet der Kletterwald in der Nähe des Kinderheims Maria im Tann. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. „Und los!”: Jochen Schäfer rast auf einer Seilbahn von Baum zu Baum. Zehn Meter über dem Boden, fast 100 Meter weit, nur mit einem Gurt gesichert. Der 31-jährige Rettungstrainer probiert die neuen Parcours im Aachener Kletterwald aus.

Dort stehen auf einem neun Hektar großen Gelände Eichen und Buchen, die durch Kletterwege weit über dem Boden verbunden sind. Mal ist es eine Seilbahn, mal eine Hängebrücke, mal sind es Bierzeltbänke, über die man sich in acht Meter Höhe hangeln muss.

Übernächste Woche nimmt der TÜV alle Geräte ab. Für den 1. März ist die Eröffnung geplant. Bis dahin müssen noch letzte Feinheiten justiert werden, aber im Groben ist der Kletterwald fertig. Für die Abnahme gelten hochoffizielle Kletterwaldnormen: Jede Schraube muss fest sitzen, jedes Seil die richtige Stärke haben. Nun hangelt sich Jochen Schäfer vorsichtig von Baum zu Baum. Als Mitarbeiter darf er das vor der Abnahme.

Der Kletterwald in der Nähe des Kinderheims Maria im Tann an der Lütticher Straße wird einzigartig in der Region sein. „Genau vier Wochen lang war die Bauphase”, resümiert Betreiberin Susanne Hilgers. „Es waren aber insgesamt gut zwei Jahre, in denen wir geplant haben.” Mit ihrem Mann Stephan und Sohn Lukas begutachtet sie das Werk. Und kichert kurz, als Jochen Schäfer einen Moment scheinbar hilflos zwischen den Bäumen baumelt. „Alles klar, Jochen?” Die Antwort ist ein nach oben gereckter Daumen. Es geht weiter, der Mann ist Profi.

Die Hilgers haben sich Inspirationen aus Klettergärten in ganz Deutschland geholt. „Aber es war uns wichtig, dass wir etwas Eigenes machen, was zu Aachen passt.” So gehört zu einer Bahn ein Holzpferd, auf dem man in einer Art Seilbahn zum nächsten Baum kommt. „Gar nicht so einfach, in die Steigbügel zu kommen”, ruft Schäfer nach unten. Sechs Parcours sind zu absolvieren. Jeder hat acht bis zwölf Stationen, also Bäume. Jeder Kletterer ist mit Gurt und Karabinerhaken gesichert. Zu Beginn gibt es eine halbstündige Sicherheitseinweisung.

„Wer nicht so geübt ist und alle sechs Strecken durchläuft, wird am Ende todesfertig sein”, grinst Schäfer und wird dann ernst: „Die einzelnen Bahnen sind oft gar nicht so schwierig. Aber der Stressfaktor Höhe bewirkt bei vielen, dass sie sich verkrampfen und damit richtig viel Kraft verpulvern.”

Deshalb ist auch eine Besuchszeit von maximal drei Stunden vorgesehen. Am meisten Spaß bringt Schäfer der vierte Parcours: „Man muss durch Röhren kriechen und durch ein Palisadenlabyrinth klettern. Anschließend steigt man über aufgespannte Bierkästen. Und dann kommt das Holzpferd.”

Der Mann bringt viel Erfahrung mit, arbeitet er doch in der „Tivoli-Rock”-Kletterhalle der Hilgers. Ein Kletterwald war für Susanne Hilgers nur der nächste konsequente Schritt: „Wir wollten damit raus ins Grüne, in die Natur”, sagt sie. 150.000 Euro haben sie in den Wald investiert und verspüren schon hohe Nachfrage. Schulklassen, Kindergeburtstagsgruppen, Einzelpersonen und sogar die Alemannia sollen schon angeklopft haben. Sie alle wollen mit von der (Kletter-)Partie sein, wenn es ab dem 1. März heißt: „Und los!”

Ab 1. März ist der Kletterwald dienstags bis freitags zwischen 15 und 19 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise liegen zwischen neun und 18 Euro.

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