Und Gottschalk gibt viel mehr als Gummi

Von: Matthias Hinrichs
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Kam wahrlich nicht mit leeren Händen: Top-Entertainer Thomas Gottschalk hatte nicht nur Gummibärchen im Gepäck. Er versprach im Rahmen einer Benefizaktion der Firma Haribo eine dicke Spende zugunsten der Kinder, die auf der „Hazienda Arche Noah” betreut werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Keine Showtreppe, schon gar kein Glitzerkram - abgesehen vielleicht von den goldigen Gummibärchen, die im Gefolge einer ansonsten durchaus überschaubaren Entourage in Legionen anmarschiert sind: Thomas Gottschalk kommt ohne großen Tross, hüpft aus seinem schneeweißen Sportcoupé, stiefelt, cool wie stets, einfach hinein in die gute Stube.

Langer Ledermantel, gefährlich spitze Cowboy-Treter, aber ein entwaffnend breites Lächeln auf den Lippen - fast so, wie der meist geliebte (und oft geschmähte) Live-Moderator der showprogrammierten Nation seit Jahr und Tag per Mattscheibe ins Wohnzimmer spaziert. Aber - wetten dass...? - eben nur fast.

Statt mit obligatorischem warmem Applaus wird der Top-Talker vom Dienst heute zunächst mal von einem eisigen Winterregen empfangen. Völlig verdutzt gucken die vielleicht 70 meist kleinen Gäste im „Hazienda”-Haus an der Lintertstraße drein - selbst Minuten vor der Blitz-Visite des 59-jährigen Top-Entertainers haben deren Chef, „Street Angels”-Rocker Leines, und die Betreuer der Integrativen Kindertagesstätte „Waldmeister” von nebenan dicht gehalten.

Und in der Tat hat Gottschalk „himself” es sich nicht nehmen lassen, im Rahmen einer aktuellen Benefiz-Aktion für hilfsbedürftige Kinder, die die Nasch-Profis von Haribo Mitte Dezember mit einem bekannten Boulevardblatt aus der Taufe gehoben haben, ganz persönlich vorbeizuschauen. „Na, die Überraschung scheint ja riesig angekommen zu sein”, feixt er.

Und macht erst einmal die Kinder froh - mit berühmtem Charme, aber ohne Schnützerei: Als die sieben jungen Künstler von „Gaia”, einem Jugendprojekt der OT Gut Kullen, ihren Song „Erdenkind” darbieten, ist zumindest im Innern des lauschigen Klubheims das Eis gebrochen. „Respekt!”, ruft Gottschalk, „das war ja richtiger Rock´n´Roll, wie ihn einer wie ich mag.” Na also. Betreuerin Annette Abt und OT-Leiter Uli Grande berichten stolz, dass das selbstkomponierte Lied sogar Bestandteil einer CD ist, mit deren Erlös auch die kleine OT-Truppe die „Hazienda Arche Noah” unterstützt.

Und was den einen recht ist... „Mindestens eine Million Euro werden wir bis Mai für jeweils eine vorbildliche Einrichtung in den 16 Bundesländern sammeln”, erklärt Marco Alfter, Sprecher des Bonner Konfekt-Imperiums: Von jeder Tüte Gummibären, die über die Verkaufstresen wandert, fließt ein Cent in die Unterstützung kranker und behinderter Kinder.

Ein paar von ihnen haben sich jetzt längst um den großen Stargast geschert. Klar haben sie den Gottschalk beim Wort genommen, als er meinte: „Wenn ich sowas mache, dann mache ich es, weil ich mit euch reden will.”

„Wir haben die gleichen Sorgen”

Und zu den Großen: „PR-Aktionen hin oder her - ich will mich einfach engagieren und nicht vorgeführt werden wie ein bunter Hund. Letztlich haben wir doch die gleichen Sorgen als Eltern und sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen. Und Leute wie Leines, die aussehen wie Rocker und trotzdem gern helfen, sind mir lieber als irgendwelche blassen Gutmenschen.”

Also weiß er sich im besten Einvernehmen mit der Entscheidung, ausgerechnet das langjährige Hilfsprojekt aus Aachen zu unterstützen. Und nimmt sich über zwei Stunden, um mit Jan (13) oder Julie (3) zu quatschen, ein bisschen zu flirten, Autogramme zu verteilen, natürlich auch, um sich von Gastgeber Leines die jüngsten Fortschritte in Sachen „Hazienda” zeigen zu lassen - mächtig stolz der eine, sichtlich beeindruckt der andere angesichts des europaweit einzigartigen rollstuhlgerechten Baumhauses, des fast fertig gestellten behindertengerechten Eltern-Kind-Apartments oder auch der großen „Biberburg”.

Vielleicht gerade deshalb, weil es die noch gar nicht gibt. „Das wird eine richtige Wasserburg wie bei Lederstrumpf”, schwärmt Leines. Nicht für Mohikaner, sondern natürlich für behinderte und kranke Kinder. „Fragt also nicht, wie verdammt gut wir das Spendengeld gebrauchen können.”

Ein paar Minuten später freuen sich die Helfer der „Hazienda Arche Noah” über ein ziemlich berühmtes Ehrenmitglied - und Thomas Gottschalk über die passende „Kutte” zum Ledermantel.
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