Und der Bagger steht fast im Schaufenster

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Mit diesem Frühsport hatte Jean Samuel nicht gerechnet. Um in sein Geschäft zu kommen, musste der Inhaber von Uhren & Schmuck Posmik am Holzgraben in den frühen Morgenstunden erst einmal über einen Bauzaun klettern.

Die Fußgängerzone Holz- und Dahmengraben wird seit Monaten saniert und nun ist die Baustelle soweit vorgerückt, dass Samuels Geschäft für den Inhaber zunächst unerreichbar schien. Und er fürchtete bereits, dass es seinen Kunden genauso gehen wird.

Ein paar Stunden später ist die Situation verbessert aber nicht gut. Knapp zwei Meter bleiben vor der Ladentür frei, vor den Schaufenstern hasten die Passanten durch einen unebenen Kiespfad. Von innen sieht es so aus, als würde der Bagger im nächsten Moment in die Auslage fahren. Das tut er nicht. „Aber die Situation erschwert alles”, sagt Samuel.

Bei der Stadt Aachen stoßen Geschäftsleute wie Jean Samuel auf Verständnis. „Wir sind sehr bemüht, die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten”, sagt Axel Costard vom städtischen Pressebüro auf AZ-Anfrage. „Wir lieben Aachen, aber unsere Liebe wird so durchaus strapaziert”, sagt Samuel.

Der Händler stammt aus Köln, hat dort miterlebt, wie eine große Baustelle auf den Ringen den Einzelhandel vertrieb. Das wird so in der Fußgängerzone Holz- und Dahmengraben gewiss nicht passieren. Zumal Costard zufrieden bekannt geben kann, dass die Baumaßnahme „in der Zeit liegt”. Im Juli wollte man fertig sein, Ende Juni wird mal wohl auch fertig werden.

Der Belag ist an vielen Stellen schon aufgebracht, in den letzten Tagen wurden bereits Eschen gepflanzt. Am Bädersteig wird nun noch Natursteinpflaster eingesetzt, im Mai kommen die neuen Bänke. Insgesamt investiert die Stadt 890.000 Euro in die Neugestaltung der Fußgängerzone. 3100 Quadratmeter Fläche werden aufgewertet.

„Ich bin froh, wenn alles fertig ist”, sagt Jean Samuel. Von der Ladentheke aus sieht er die Leute am Geschäft vorbeieilen, kaum einer bleibt in dem tiefen Kies stehen und schaut sich die Schaufenster an. „Ich spüre die Baustelle, so etwas geht nicht spurlos am Geschäft vorbei”, sagt er.
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