Umzug der Feuerwehr setzt bundesweit Maßstäbe

Von: Hans-Peter Leisten
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Zwei Jahre Heimat der Berufsfeuerwehr: In die neue Halle (großes Foto) zieht rechts der Löschzug, links der Rettungsdienst ein. Die knapp 100 Container bieten Platz für Ruhe, Training und Gespräche. Foto: Michael Jaspers
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Projektleiter Frank Seifarth, Unternehmer Tim Hammer und Feuerwehrchef Jürgen Wolf (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Chemie stimmt – was in der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr grundsätzlich kein Fehler ist. Und wenn dann eine ordentliche Portion Optimismus bei allen Beteiligten hinzukommt, stehen die Chancen für ein Erfolgsprojekt bestens. Das Projekt heißt „Umzug der Berufsfeuerwehr“ und ist längst auf die Zielgerade eingebogen.

Der Chef der Feuerwehr, Jürgen Wolf, hat einen anderen Vergleich: „Bei einem studentischen Umzug würde man sagen, dass nur noch das Klingelschild angebracht werden muss.“

In der Tat: Auf dem Gelände der Spedition Hammer ist in Rekordzeit etwas aus dem Boden gestampft worden, das – da ist Wolf sicher – in Deutschland seinesgleichen sucht. Frank Seifarth ist der Projektbeauftragte seitens der Firma „Martello“, die zur Hammer-Gruppe gehört und im Bereich Hausverwaltung und Immobilien unterwegs ist.

Er skizziert kurz den zeitlichen Ablauf: „Erste Gespräche fanden Mitte Dezember statt, Mitte Januar gingen die Arbeiten los, Anfang April ist die Feuerwehr auf unserem Gelände.“ Konkret heißt das: Auf 1450 Quadratmetern ist eine neue Halle auf einer äußerst stabilen Betonplatte errichtet worden. Neben einer kleinen Freifläche steht jetzt ein dreistöckiger Containerblock mit knapp 100 Einheiten, die in ihrer Summe nochmals 1500 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Die neu genutzte Gesamtfläche beträgt rund 2000 Quadratmeter.

Die große Halle bietet sowohl den Fahrzeugen der Löschzüge als auch denen des Rettungsdienstes Platz. Denn diese beiden Einheiten mit rund 15 Fahrzeugen bekommen für die zwei Jahre auf der Hüls ihre neue Heimat, während die Leitstelle in der Hauptwache an der Stolberger Straße bleibt und auch per moderner Kommunikation die Einsätze regelt.

Diese brauchen aber zwangsläufig 1,5 Minuten länger als bisher – woraus Wolf überhaupt kein Geheimnis macht. Denn er sagt auch: „Der jetzt gewählte Standort für die Zeit der Erneuerung der Hauptwache ist konkurrenzlos. Wir haben noch zwei andere konkret geprüft, die aber nicht passten.“

160 Kräfte der Berufsfeuerwehr werden in knapp drei Wochen den Umzug angehen und parallel im Vierschichtbetrieb für den Brandschutz der Stadt sorgen. Ein neues Tor an der Straße Auf der Hüls sorgt dafür, dass die Einsatzfahrzeuge eine Ausfahrt haben, die komplett von den Hammer-Transportzügen getrennt ist. Aus den Löschfahrzeugen heraus kann das Tor direkt geöffnet und geschlossen werden, und auch die nächstgelegenen Ampeln können die Brandschützer direkt steuern.

Nach Stand der Dinge habe man alle Eventualitäten berücksichtigt, betonen die Hauptdarsteller dieses gewaltigen Logistik-Stückes. Vieles müsse man einfach abwarten und flexibel regeln, denn der Feuerwehrchef spricht auch von einer „Operation am offenen Herzen, bei der man noch nicht einmal die Größe der neuen Herzklappe“ kenne.

Während die Feuerwehr eine optimale Lösung für die Zeit des Umbaus der Hauptwache – der kostet rund zehn Millionen Euro – gefunden hat, sieht Firmenchef Tim Hammer auch Vorteile für sein Unternehmen: „Eine bislang unansehnliche Ecke auf dem Gelände ist deutlich verschönert. Vieles ist nun gepflastert. Und die Halle werden wir hinterher auch nutzen können, auch wenn die Anforderungen für eine Spedition andere sind als für eine Feuerwehr.“

Natürlich sei eine solche Aufgabe auch ein Prestigeobjekt für „Martello“. Für Hammer reicht die Investition in den siebenstelligen Bereich, ist aber nicht real zu beziffern, da das Grundstück gar nicht mitberechnet ist. Und: „Dahinter steckt auch vaterstädtisches Denken – aber das glaubt mir ja eh keiner.“ Bislang wohl der einzige Irrtum in diesem Projekt.

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