Umwälzung der Schullandschaft

Von: Marie Eckert
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Ulla Griepentrog
Will bei der Sekundarschule Nägel mit Köpfen machen: Ulla Griepentrog.

Aachen. Wenn es nach den Grünen geht, dann sollte und muss sich in der Aachener Schullandschaft etwas tun. Und das möglichst schnell: „Wir sind uns einig über die Entwicklung, die Frage ist nur, wann umgedacht wird“, sagte Ulla Griepentrog, schulpolitische Sprecherin der Grünen eindrücklich.

Und meinte damit den Aufbau von Sekundarschulen in Aachen. Nachdem die Anmeldezahlen bei Haupt- und Realschulen in Aachen rückläufig seien, während Gesamtschulen inzwischen Ablehnungen aussprechen müssten, betonte sie: „Die Eltern wollen etwas anderes.“

Ein entsprechender Antrag wurde im Schulausschuss diskutiert. Die Vorlage der Verwaltung sah eine zustimmende Zurkenntnisnahme vor. Griepentrog wollte Nägel mit Köpfen machen und die Verwaltung im gleichen Zuge beauftragen, Kontakt mit den Schulen aufzunehmen, sodass eine Sekundarschule schon ab Sommer 2017 starten könnte. Das ging der Mehrheit des Ausschusses zu schnell. Es gebe eine Menge zu bedenken, sagte Bernd Krott (SPD), dennoch sieht er den Antrag der Grünen als „guten Einstieg für die Diskussion in der Lenkungsgruppe“, und betonte: „Danach muss es auch zügig gehen.“ Die Verwaltung hatte vor rund einem Jahr den Auftrag bekommen, die Neuordnung der Aachener Schullandschaft aufzuarbeiten, die Analyse dieser Lenkungsgruppe ist noch in Arbeit.

Die Sekundarschule umfasst, im Gegensatz zur Gesamtschule, die Jahrgänge fünf bis zehn und ist mindestens dreizügig. In Kooperation mit der Oberstufe eines Gymnasiums oder eines Berufskollegs können die Schüler einer Sekundarschule trotzdem Abitur machen. Sehr wahrscheinlich müssten einige der drei Hauptschulen und der drei Realschulen im Aachener Osten und Süden dem neuen Schultyp weichen. Jedoch wolle man den Schulen nicht beim „langsamen Sterben“ zusehen, so Griepentrog. „Wenn man nie weiß, was kommt, und ob die Anmeldezahlen reichen, erschwert das die Arbeit der Schulen ungemein.“

Es blieb bei der zustimmenden Zurkenntnisnahme des Grünen-Antrags, Gretel Opitz (FDP) stimmte dagegen und verwies ebenfalls auf die Lenkungsgruppe, die sich noch im Arbeitsprozess befinde. „Der Zeitpunkt des Antrages befremdet“, sagte sie.

Der womöglich unangenehmste Teil der Sitzung war die Empfehlung an den Rat der Stadt Aachen, den katholischen Teilstandort Barbarastraße der GGS Brühlstraße schließen zu lassen. Abgezeichnet hatte sich die Schließung schon länger, waren doch die Anmeldezahlen bis zuletzt miserabel. Trotzdem hatten sich Aachens Schulpolitiker in den vergangenen Monaten für den Erhalt eingesetzt – vergebens, die Bezirksregierung Köln als oberste Schulbehörde forderte dazu auf, den Teilstandort zu schließen.

Enttäuscht zeigte sich Krott unter anderem darüber, dass kein weiteres Jahr von der Bezirksregierung gewährt wurde, räumte aber ein: „Das hätte verhindert werden können, wenn alle gleichzeitig in die gleiche Richtung gesteuert hätten.“ Auch die Wiedereinführung von Schulbezirken brachte er ins Gespräch, da Eltern ihre Kinder oftmals nicht an der nächstgelegenen Grundschule anmelden würden. Gerade in Brennpunkten könnte das ein Problem sein. Und während Holger Brantin (CDU) sich über den Bescheid der Bezirksregierung „sehr geärgert“ habe, betonte Griepentrog, dass ein großer Teil der Verantwortung in „unseren Reihen und unserer Arbeit“ zu finden sei und sie daher die Schuld nicht nur auf Köln schieben wolle. Sie hält es für einen „fatalen Fehler“ den Schulstandort Barbarastraße zu schließen – ein Grund, weshalb die Grünen der Verwaltungsvorlage nicht zustimmten.

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