Aachen - Umleitungen: Die Beschwerden werden jetzt lauter

Umleitungen: Die Beschwerden werden jetzt lauter

Von: Robert Esser
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Die Hauptstraße in Burtscheid: Auch hier wird es bisweilen eng, weil viele Kfz „Abkürzungen“ suchen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Quälend langsam kriecht die Blechschlange voran, Meter um Meter die Hauptstraße hoch. An deren oberem Ende – an der Kreuzung zur Burtscheider Brücke/Krugenofen/Kasinostraße – verschmilzt der Karosseriestrom mit den anderen – ebenso überlasteten – Ausweichrouten, die Auto- und Lkw-Fahrer in diesen Tagen wählen, um die stadtauswärts wegen Kanalbauarbeiten gesperrte Kurbrunnenstraße zu umkurven.

Das ärgert. Kfz-Piloten und Anwohner sind genervt, beschweren sich bei der Stadtverwaltung, bei der Polizei – und auch in der Redaktion unserer Zeitung. „Unzumutbare Zustände“ beklagt etwa ein Anwohner der Dammstraße. Ein anderer Bürger spricht von „hausgemachten Problemen, die vorhersehbar waren“. Unstrittig ist unterdessen, dass dort viele Gas- und Wasserleitungen erneuert sowie ein völlig maroder Kanal aus dem Jahr 1900 ersetzt und versetzt werden müssen. Bauzeit bis zum Ende dieses Jahres ist veranschlagt.

Harald Beckers vom städtischen Presseamt räumt ein: „Dass solch eine Baustelle mit Einbahnstraßenregelung spürbare Auswirkungen auf den Verkehr im kompletten Umfeld haben muss, kann man leider nicht verhindern.“ Allerdings habe sich die Verkehrsbehörde im Vorfeld der Baustelleneinrichtung „unglaublich viele Gedanken über die Umleitung gemacht“, sagt er auf AZ-Nachfrage.

Dies führt im Fall der jetzigen Einbahnstraße Kurbrunnenstraße dazu, dass die Stadt die Autos durchaus „weiträumig“ umleitet: nämlich von der Normaluhr über Kasinostraße, Krugenofen, Eupener Straße, Jahnplatz, St.-Vither-Straße, Siegelallee und Siegel nach Burtscheid. Wenig überraschend ist, dass viele Verkehrsteilnehmer da nach „Abkürzungen“ suchen – zum Beispiel über die Damm- und Hauptstraße mitten durchs Burtscheider Kurgebiet, also durch ein echtes Nadelöhr.

Begegnungsverkehr – gerade wenn Lkw mit von der Partie sind – führt hier buchstäblich unausweichlich zu Stillstand und Staus. „Uns war bei der Verkehrsplanung wichtig, dass dort auf der Dammstraße Anwohner weiterhin entlangfahren können, dass die Geschäfte im Herzen Burtscheids beliefert werden können und auch die Kundschaft weiterhin einen Weg dorthin findet“, erklärt Beckers.

Seit zwei Wochen ist gesperrt, erfahrungsgemäß dauere es aber mindestens drei Wochen, bis der motorisierte Verkehr sich auf Ausweichrouten sortiert habe. „Dann läuft es auch wieder besser.“ Ärgerlich sei allerdings, dass die vermeintliche Abkürzung über Damm- und Hauptstraße vor allem im Berufsverkehr von Auto- und Lkw-Fahrern missbraucht werde, obwohl sie dort im Kurgebiet gar nicht als „Anlieger“ unterwegs sein sollten.

Darauf werde man in den kommenden Tagen und Wochen ein besonderes Auge haben, beteuert die Stadt. Und auch die Polizei betont, man werde der Situation dort nach diversen Bürgerbeschwerden besondere Aufmerksamkeit schenken.

Ein Durchfahrtsverbot für Lkw kommt für die Dammstraße zunächst nicht in Betracht – das würde auch Lieferverkehr ausschließen. Bei der Ampelschaltung an der oberen Hauptstraße Richtung Burtscheider Brücke gibt Beckers zu bedenken, dass es sich dort um eine Hauptverkehrsachse handele. Deshalb sei die Grünphase aus der kleinen Hauptstraße naturgemäß kürzer als für die anderen Richtungen.

Weil aber nicht nur Autofahrer auf Ausweichrouten, sondern auch Bewohner eines neuen Wohnkomplexes mit Tiefgarage auf der Hauptstraße zuletzt für erhöhtes Verkehrsaufkommen gesorgt haben, will die Stadt sich die Ampelschaltung noch einmal genauer anschauen. „Eine Sekunde mehr oder weniger Grün macht da erstaunlich viel aus“, sagt Beckers. Und könnte die Blechschlange verkürzen.

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