Umgehungsstraße nimmt konkrete Konturen an

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Diskutiert worden ist über die Ortsumgehung in Richterich schon viel, jetzt wird sie konkret – zumindest folgt nun der „nächste wichtige konkrete Schritt“ in diese Richtung, wie der neue Planungsdezernent Werner Wingenfeld bekräftigt. Denn die Stadt stellt von Montag, 31. August, bis Freitag, 11. September, ihre Planung im Bezirksamt Richterich öffentlich aus.

Außerdem findet am Dienstag, 8. September, um 18 Uhr eine Infoveranstaltung zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit in der Peter-Schwarzenberg-Halle statt. Mit großer Resonanz ist bei dem heiklen Thema zu rechnen: Schließlich sind das riesige Neubaugebiet Rich-tericher Dell und die Frage der Erschließung in Richterich heiße Streitpunkte. Seit Jahren kämpft dort auch eine Bürgerinitiative gegen die Pläne.

Da wundert es nicht, dass Wingenfeld nicht müde wird zu betonen, wie wichtig es sei, vor Ort Verlässlichkeit zu demonstrieren und Vertrauen zu schaffen: „Wichtig ist es, dass die Richtericher wissen, dass sie die Umgehungsstraße kriegen.“ Wenn man dies vermitteln könne, könne man auch einen großen Teil der Bedenken gegen das Projekt zerstreuen, ist er sicher.

Die Pläne, die die Stadt ausstellt, betreffen Änderungen des Flächennutzungsplans, die nötig werden, um aus landwirtschaftlicher Fläche Bauland und Verkehrsflächen zu machen. Schließlich sollen auf 37 Hektar in den nächsten 15 bis 20 Jahren rund 900 Wohneinheiten für 2500 Menschen entstehen. Außerdem soll mit einem Bebauungsplan Baurecht geschaffen werden für die Ortsumgehung.

Geplant ist, dass deren Trasse von der Horbacher Straße etwa 500 Meter am Rand des Plangebiets verläuft, ehe sie zur Banker-Feld-Straße abknickt, wo ein Kreisverkehr vorgesehen ist. Danach wird die Bahnlinie Aachen-Mönchengladbach unter- und der Amstelbach überquert. Für den Anschluss an die Roermonder Straße gibt es zwei Varianten – entweder im Ortsbereich oder außerhalb in Höhe des Küppershofs.

Ein Knackpunkt ist die Untertunnelung der Bahnlinie, die während der Bauphase Sperrzeiten mit sich bringen wird und eine enge Abstimmung mit der Bahn erfordert – was sich in der Vergangenheit nicht immer als einfach erwies. „Wir sind in dieser Sache schon länger in Kontakt mit der Bahn“, sagt die städtische Projektleiterin Edith Prenger Berninghoff dazu.

Der Tunnel und die Brücke über den Bach sind auch erhebliche Kostenfaktoren des Projekts, dessen Investitionsvolumen Wingenfeld auf „zehn Millionen Euro plus X“ schätzt. Der Bebauungsplan soll 2018 stehen, danach rechnet man mit zwei Jahren Bauzeit. Ende 2020 soll die Ortsumgehung fertig sein. „Die ersten Häuser können nicht viel früher gebaut werden“, sagt der Dezernent.

Um diese Frage hatte es zuletzt großen Ärger in Richterich gegeben. Vor Ort wurde befürchtet, dass man immer noch auf die Umgehung wartet, wenn die ersten Häuser schon stehen – was fatale verkehrliche Folgen hätte. Schließlich soll die Ortsumgehung Alt-Richterich täglich um 3000 bis 4000 Fahrzeuge entlasten. Die Verwaltung hat dazu eine neue Vorlage erarbeitet, wie Neubaugebiet und Straße parallel geplant werden können. Demnach soll erst mit der Vermarktung der Grundstücke begonnen werden, wenn die Fertigstellung der Straße in Sicht ist.

Im Planungsausschuss wurde die Beratung darüber am Donnerstag zwar kurzerhand vertagt, aber das war kein Affront. Im Gegenteil: Die städtischen Planungspolitiker wollten ihre Kollegen vor Ort nicht vor vollendete Tatsachen stellen und lassen bei dem heiklen Thema zuerst die Bezirksvertretung beraten und empfehlen– ehe sie selbst beschließen.

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