Umbau der Hauptfeuerwache: Arbeiten im Endspurt

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
13407225.jpg
Auf einen Blick: Per Hubwagen bot die Feuerwehr am Dienstag eine besondere Perspektive. Zu erkennen ist der große Dachkomplex auf dem Haupttrakt. Der alte Schlauchturm links erhält eine neue Funktion im Rahmen des Atemschutztrainings. Foto: Michael Jaspers
13407222.jpg
Freigelegt: Architekt Achim Wolf, Projektleiter Georg Ulbrich und Feuerwehrchef Jürgen Wolff (v.l.) vor dem gewaltigen Träger aus Stahlbeton. Foto: Michael Jaspers
13407223.jpg
Blick ins Dachgeschoss: Vom früheren maroden Aufbau ist nur die Stahlkonstruktion geblieben, die neue Fenster und Mauern rahmt. Derzeit werden die Versorgungsleitungen im Boden verlegt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Normalerweise geht es in diesem Raum um Krisen. Um die humane Handhabung von Flüchtlingsströmen oder die Gefahrenlage in Tihange. Umso beruhigender, wenn sich der Oberbürgermeister, der Feuerwehrdezernent und auch noch der Chef der Brandwehr entspannt in ihren Sesseln im Besprechungsraum der Leitstelle zurücklehnen und von einer Erfolgsgeschichte sprechen.

Eine solche ist bislang ganz offensichtlich die umfassende Sanierung der Hauptfeuerwache an der Stolberger Straße. Und da das nicht selbstverständlich ist, zogen am Dienstag OB Marcel Philipp, Dezernent Dr. Markus Kremer und Jürgen Wolff, Chef der Feuerwehr, gemeinsam mit vielen Fachleuten eine positive Zwischenbilanz – viereinhalb Monate vor dem Zielschuss.

Zeit der Container bald vorbei

Wie das meist bei großen Bauprojekten ist, sieht auch der Komplex an der Stolberger Straße noch gar nicht nach „fast fertig“ aus. Aber Klaus Schavan, technischer Geschäftsführer des städtischen Gebäudemanagements, betonte: „Wir können sowohl die Kosten als auch die Termine halten.“

Die Gelassenheit, die alle Verantwortlichen versprühten, bestärkt die Zuversicht. Dann ist die Zeit der provisorischen Unterbringung in den Containern auf dem Gelände der Spedition Hammer vorbei. So dankbar man auch für dieses Quartier sei, so sehr freue sich sein Team auf die Rückkehr ins Haupthaus, betonte Jürgen Wolff. Ein Blick in die Baustelle lässt erahnen, wieso.

Über der großen Wagenhalle finden die Feuerwehrleute ganz andere Arbeits- und Lebensbedingungen. Bei 40 Leuten im 24-Stundenbetrieb an 365 Tagen steht der Bedarf außer Frage. Im Gebäude, das 1964 bezogen wurde, war zuletzt angesichts des fehlenden Schallschutzes Nachtruhe kaum noch möglich. Das ist bald nicht nur möglich, sondern auch dringend nötig. Rund 200 Brandbekämpfer stehen derzeit in Diensten der Berufsfeuerwehr.

Da moderne Feuerwehrfahrzeuge größer geworden sind, wurde die Stellfläche nach außen hin verlängert. Als Glück erwies sich die Fertigbauweise des Hauses: Über den Toren konnten Fassadenteile herausgenommen werden, um der größeren Höhe der Autos Rechnung zu tragen. Dieser Aspekt weist auf einen grundsätzlichen Begleitumstand – den Denkmalschutz. „Wir waren im Austausch mit den Denkmalbehörde“, erklärte dazu Achim Wolf von den ausführenden pbs-Architekten. Farben und Gestaltung der Treppenhäuser zeigen auch künftig unverwechselbaren 60er-Jahre-Stil, mit Drahtglas und brauner Lackierung.

13,5 Millionen Euro lassen sich Verwaltung und Politik die Sanierung des Komplexes kosten, der im Stil des „Beton brut“ erbaut wurde, was so viel wie Beton pur bedeutet. Als wegweisender Bau dieses Stils wurde er 2013 in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen. Der Bürger wird demnach nach der Fertigstellung kaum Veränderungen feststellen – was im übrigen im Sinne aller Beteiligten ist. Ein Wunsch konnte Feuerwehrchef Wolff allerdings nicht erfüllt werden: der nach Rutschstangen. Hier hatte der Denkmalschutz die Nase vorn.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert