Umbau der alten Nadelfabrik am Reichsweg perfekt

Von: Matthias Hinrichs
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Stolze Mienen zum Startschuss eines stolzen Projekts: Walter Köth, Leiter der Nadelfabrik, Dezernent Professor Dr. Manfred Sicking und Heinrich Emonts, Leiter des städtischen Fachbereichs für Soziales und Integration (v.l.), laden am übernächsten Wochenende mit einem vielseitigen Programm zur Eröffnung des neuen Kultur- und Begegnungszentrums am Reichsweg. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Multikulturell, denkbar breit aufgestellt – und einzigartig weit über den Talkessel hinaus: Der gediegene Fabrik-Komplex am Reichsweg darf – endlich – seinen ganzen, völlig neuen Charme entfalten. Fünf Jahre haben vor allem die Handwerker im riesigen ehemaligen Rheinnadel-Stammsitz gewirbelt. Jetzt sind alle Bürger am Zug, dem frisch gebackenen Leuchtturm des Ostviertels zu voller Strahlkraft zu verhelfen.

Am Freitag, 12. April, feiert die Nadelfabrik ihre fröhliche Neugeburt als imposantes Zentrum für Bildung, Begegnung und Integration. Auf 11.500 Quadratmetern präsentieren sich über ein Dutzend Initiativen und Vereine beim Tag der offenen Tür am Samstag darauf.

Leicht war‘s wohl nicht, dem jüngsten „Kind“ in Sachen Stadt(teil)erneuerung einen optimalen Start in eine denkbar aufregende Zukunft zu ermöglichen, bekennt Professor Dr. Manfred Sicking, städtischer Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen, beim Rück- und Ausblick vor der Neueröffnung. Mit rund zwölf Millionen Euro Gesamtinvestition ist das soziokulturelle Großprojekt etwa zehn Prozent teurer geworden als geplant.

„Die Chance genutzt“

„Aber wir haben die Chance genutzt, dem Erneuerungsprogramm Aachen-Ost nachhaltige Wirkung zu verschaffen“, unterstreicht Sicking. Zumal knapp die Hälfte der Finanzierung wiederum zu 80 Prozent über Fördermittel gedeckt werden konnte. Und auch das Stadtarchiv, dessen lange überfälliger Umzug vom Grashaus zum Reichsweg ebenfalls teils über Zuschüsse gestemmt wurde, inzwischen mit topmoderner Ausstattung auf den oberen Etagen des weitläufigen Hauses beheimatet ist.

Höchste Zeit also, den Bürgern von nah und fern den sprichwörtlichen roten Teppich auszubreiten, frohlockt Walter Köth, der die Aktivitäten bereits seit einiger Zeit bündelt. Denn ungezählte Menschen vor allem aus dem Umfeld profitieren längst vom umfassenden Angebot im Herzen von Rothe Erde. Inzwischen haben unter anderem der Stadtsportbund, In Via, der PTSV mit seinem „Box Gym“, Eurotürk und die Werkstatt der Kulturen dort ihre neue Heimat gefunden.

„Wir sehen dieses Projekt als große Chance. Wir wollen dieses Haus nicht nur mit einer Fülle von Bildungsangeboten, sondern auch als Zentrum für Theater, Tanz, Ausstellungen und vieles mehr in den Mittelpunkt rücken“, sagt Heinrich Emonts, Leiter des Fachbereichs für Soziales und Integration, in dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. So residieren auch Sozialraumteam und Quartiersmanagement sowie eine Abteilung des Jugendamts mittlerweile „vor Ort“, nicht zu vergessen die Integrationsbeauftragte und die Geschäftsstelle des Integrationsrates.

Auch der Schulterschluss mit freien und städtischen Kultureinrichtungen soll allerdings zum täglichen Geschäft gehören. Im Parterre des Hauses lockt ein geräumiges Foyer für Veranstaltungen, im Begegnungszentrum auf der ersten Etage besteht reichlich Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten. Rund um die – wegen ihrer hohen Anschaffungskosten bislang ziemlich umstrittene – Bühne im benachbarten Kennedypark sollen Lesungen, Schauspiel- und Kinovorführungen stattfinden. Schließlich hat das Stadtarchiv die Fülle seiner historischen Schätze auf allein rund 4500 Quadratmetern neu sortiert und präsentiert.

Denn mit dem Erwerb der Nadelfabrik – die ihrem traditionellen Namen im Übrigen auch aufgrund der Tatsache Ehre macht, dass die Rheinnadel-Automation dort ebenfalls nach wie vor ansässig ist – hat die Stadt vor fünf Jahren quasi auch den Grundstein für die seit langem überfällige Neuansiedlung des einzigartigen Dokumentationszentrums gelegt. Weit mehr als ein Pfund, mit dem sich nun wuchern lassen sollte, meint nicht nur Dezernent Sicking: „Wir sehen dieses Haus als wichtigen Baustein, dem Ostviertel mit seinen unverkennbaren Problemen ganz neue Perspektiven zu eröffnen.“

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