Aachen - Um 12 schlägt die Karlspreisstunde von Papst Franziskus

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Um 12 schlägt die Karlspreisstunde von Papst Franziskus

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Am 6. Mai ist es soweit: OB Marcel Philipp und Jürgen Linden werden Papst Franziskus im Vatikan den Karlspreis verleihen. Foto: Jaspers

Aachen. Wenn die Glocken des Petersdoms „High Noon“ einläuten, dann schlägt für Papst Franziskus die Stunde seiner Auszeichnung mit dem Karlspreis. Denn um 12 Uhr mittags beginnen im Vatikan die entsprechenden Feierlichkeiten. Der Tag des Tages wird der 6. Mai sein.

Also der Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem traditionellen Karlspreistag. Da dieser organisatorisch nicht machbar war, rückt man einen Tag weiter, wie Jürgen Linden als Sprecher des Karlspreisdirektoriums und OB Marcel Philipp am Dienstag erklärten.

Gemeinsam mit Dompropst Manfred von Holtum weilten die beiden vergangene Woche in Rom, um die Details zur Ehrung des Heiligen Vaters mit dem europäischsten aller Preise abzusprechen. Gesprächspartner im Vatikan war vor allem Kurienerzbischof Georg Gänswein, der Präfekt des Päpstlichen Hauses. Die Präfektur ist unter anderem für alle nicht-liturgischen Zeremonien mit dem Papst zuständig. Weitere Gesprächspartner waren Kurienkardinal em.

Walter Kasper und die deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl, Ex-Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Kasper galt der besondere Dank Lindens, habe er doch als Botschafter zwischen dem Karlspreisdirektorium und dem Heiligen Stuhl gewirkt.

Bei den Gesprächen konnte einiges festgezurrt werden. So etwa, dass die Verleihung in der Sala Regia in direkter Nachbarschaft zur Sixtinischen Kapelle stattfinden wird. Das, so sagt OB Philipp, sei keine Selbstverständlichkeit. Der Raum fasst bestuhlt laut Linden etwa 500 Gäste und werde für Großveranstaltungen wie etwa den Neujahrsempfang des diplomatischen Korps genutzt. Damit sei die Veranstaltungsstätte rund doppelt so groß wie die Sala Clementina, wo 2004 Papst Johannes-Paul II. geehrt wurde.

Dennoch ist klar: Für die Verantwortlichen in Aachen wird es eine diffizile Angelegenheit zu entscheiden, wer am Ende dabei sein darf. Klar ist, dass wie immer alle vorherigen Karlspreisträger eingeladen sind. Angesichts des Preisträgers dürften da einige anreisen – plus Staats- und Regierungschefs, gekrönten Häuptern etc. Es habe bereits einen „Rammel von Anfragen“ gegeben, bilanziert Linden.

Wie hoch der Karlspreis auch seitens des Heiligen Stuhls eingeschätzt werde, zeige nicht nur die Auswahl des Saales. „Unsere Gesprächspartner waren hervorragend vorbereitet“, berichten die Rom-Reisenden. Auch im Vatikan herrsche große Besorgnis über die Lage in Europa. Die Betonung der Wichtigkeit der Werte Europas sei sicher ein Beweggrund des Papstes gewesen, entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit diesen Preis anzunehmen. Man dürfe erwarten, dass sich Franziskus auch auf die politische Diskussion einlasse.

In Rom wird es auch ein Rahmenprogramm geben, das am Himmelfahrtstag mit einem Empfang in der deutschen Botschaft beginnen soll. Freitagsmorgens soll es eine Messe im Petersdom mit Walter Kardinal Kasper geben. Nach der Karlspreisverleihung sei wahrscheinlich noch ein Empfang möglich. Samstags soll es dann zum Hauptsitz der Gemeinschaft Sant’Egidio in Trastevere gehen. Details zu allen Punkten sind ebenso noch in Planung wie zur zweiten „Bühne“ der Karlspreisverleihung, Aachen. Möglich ist, dass die Verleihung in den Krönungssaal übertragen wird. Der Katschhof sei dafür an diesem Werktag wohl doch zu groß, so Marcel Philipp. Der Jugendkarlspreis soll dienstags ebenfalls im Krönungssaal verliehen werden.

Eine Laudatio auf den Preisträger werde es definitiv nicht geben, so Linden. Der OB wird Begrüßungsworte sprechen, Linden die Urkunde verlesen. Klar ist, dass die Verantwortlichen auf päpstlicher Seite nachdrücklich betont haben, dass es eine „bescheidene“ und keinesfalls eine „glamouröse“ Veranstaltung werden muss. Für den musikalischen Rahmen wird dabei der Aachener Domchor sorgen.

Während es nun in die heiße Planungsphase geht, unterstreicht der OB, dass die Stadt oder das Karlspreisdirektorium keinesfalls zum „Reiseveranstalter“ werden. Wer auch immer am Ende zum Kreis der Zeremonieteilnehmer gehört, muss sich selbst um Anreise und Unterkunft kümmern – inklusive aller Kosten, versteht sich.

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