Ulla Thönnissen löst Armin Laschet ab

Von: Robert Esser
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Neue Spielmacherin: Nach elf J
Neue Spielmacherin: Nach elf Jahren trat Armin Laschet ab. Ulla Thönnissen steht jetzt an der Spitze der Aachener CDU. Foto: Steindl

Aachen. Trauerarbeit fand am Freitag auf dem 221. Kreisparteitag der Aachener CDU nicht statt. Nach dem desaströsen Abschneiden der Union bei den jüngsten NRW-Landtagswahlen stellt man sich personell neu auf - mit wenig Pathos, ohne große Emotionen, eher geschäftsmäßig.

So haben die Delegierten die einzige Kandidatin für den Parteivorsitz der Aachener CDU, die 49-jährige Unternehmerin Ulla Thönnissen, mit überwältigender Mehrheit ins Amt gewählt. Sie erhielt 113 Ja-Stimmen, bei zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen.

Damit votierten 97,4 Prozent der 118 Stimmberechtigten für die Sozialpolitikerin. Thönnissen ist die erste Frau, die der Aachener CDU vorsteht. Ihr Vorgänger Armin Laschet hatte das Amt nach elf Jahren zur Verfügung gestellt, um sich ganz auf seinen NRW-Landesvorsitz und künftige Aufgaben im CDU-Bundesvorstand konzentrieren zu können.

Thönnissen war im Mai - wie viele ihrer Parteifreunde - als Landtagskandidatin der CDU gescheitert. Nun will sie das Profil der Christdemokraten in der Kaiserstadt schärfen. Vor dem Kreisparteitag im Saalbau Kommer in Forst betonte sie: „Ich weiß, dass die CDU mehr wert ist als 26 Prozent.”

Die Partei müsse sich auf ihre traditionellen Stärken besinnen und ihre Ziele und Erfolge in der Öffentlichkeit offensiver darstellen. So müsse die Union in Aachen „dafür sorgen, dass bürokratische Hürden und Hindernisse für Investoren abgebaut werden, dass Umweltschutz, der gut und wichtig ist, nicht auf Kosten und zu Lasten der Wirtschaft gehen darf”, sagte sie.

Thönnissen warnte ihre Partei vor allzu engem Schulterschluss mit Koalitionspartnern. In Aachen bestimmt eine schwarz-grüne Mehrheit die Geschicke der Stadt. Ohne die Grünen namentlich zu erwähnen, formulierte sie unmissverständlich: „Wir dürfen uns nicht von anderen, die mit Sendungsbewusstsein und lauter auftreten, treiben lassen.”

Der ehemalige CDU-Vorsitzende Leo Frings hatte sich nach Laschets Abschiedsrede zu Wort gemeldet - und noch erheblich deutlicher in diese Kerbe gestoßen: „Wir werden in Aachen so wahrgenommen, als ob die Grünen das Sagen hätten. Die Grünen sind eine fleischfressende Pflanze”, polterte er.

Thönnissen sind laute Töne eher fremd. Sie will nicht alleine führen, sie will Sprachrohr der Basis sein. Sie will die „Bezirke als Keinzelle guter CDU-Politik” aufwerten. Sie möchte „Miteinander und Gemeinsamkeiten stärken”. Gleichwohl setzt sie sich ehrgeizige Ziele: Unter ihrem Vorsitz soll die CDU „bald” von 1500 auf 2000 Mitglieder in Aachen wachsen.

Laschet erhielt zum Abschied elf Luftballons, die später in den Abendhimmel aufsteigen sollten - und ein Trikot der Alemannia mit der Rückennummer 11. Als Spielmacherin in Aachen muss jetzt Thönnissen ran - das Votum des Kreisparteitags sollte ihr die notwendige Souveränität verleihen.
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