Ulla auf dem Sofa oder: Die CDU im Bürgerdialog

Von: Albrecht Peltzer
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Klartext auf dem Sofa: CDU-Parteichefin und Landtagsabgeordnete Ulla Thönnissen will neue Wege in Sachen Bürgerdialog gehen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Schauen Sie doch einmal kurz im Wohnzimmer nach. Ob da noch Platz für zwei oder drei Christdemokraten ist. Vorzugsweise auf dem Sofa, andere Sitzgelegenheiten gehen natürlich auch. Ideal wäre, wenn zusätzlich noch ein paar Stühle für Verwandte, Freunde und Bekannte bereitgestellt werden könnten.

Und schon könnte die Bühne bereitet sein für eine ganz besondere Charmeoffensive der Aachener CDU: „Klartext! Auf Ihrem Sofa“ lautet der Slogan.

Parteichefin Ulla Thönnissen will auf diese Weise ins Gespräch kommen mit potenziellen Wählern, auch mit dem politischen Gegner, mit Politikverdrossenen und Politikbegeisterten. Was brennt den Menschen wirklich auf den Nägeln? Welche Ängste haben sie, welche Hoffnungen? Was erwarten sie von Politik im allgemeinen und von ihren Abgeordneten vor Ort? Zuhören, diskutieren – Klartext auf dem Sofa. „Wir müssen wieder mehr auf die Bürger zugehen“, sagt Ulla Thönnissen.

Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat – Kommunikation ist überall. Aber stimmt das wirklich? Man könne und solle sich den sozialen Medien nicht entziehen, so Thönnissen. Und so seien natürlich alle Politiker auch in diesem Bereich schwer aktiv. Um zu zeigen, welche Themen gerade aktuell sind, welche Aktivitäten anstehen, welche Meinungen zur Diskussion stehen.

Aber ein inhaltlicher Austausch findet in der Netzwelt nicht wirklich statt, weiß auch Thönnissen. Um Menschen für Politik zu interessieren, um ihnen das ernsthafte Interesse der Politiker zu signalisieren, sich der drängenden Themen anzunehmen, müsse wesentlich mehr passieren. Das klassische Klinkenputzen der Wahlkämpfe gilt da nicht als Weisheit letzter Schluss (Thönnissen: „Man will ja niemanden erschrecken.“). Alternativen müssen her: das Projekt Sofa zum Beispiel.

Dass das auch mit gewissen Risiken verbunden sein kann (Thönnissen: „Man weiß ja nicht, auf wen man trifft.“), wird bewusst in Kauf genommen. Allerdings mit Begleitschutz. Thönnissen wird bei den Sofabesuchen von ein oder zwei Vorstandskollegen begleitet. Nicht als Bodyguards, sondern, um sich thematisch breiter aufzustellen. Sie sei natürlich in den wichtigen Themen fit, sagt Ulla Thönnissen, gleichwohl mache es Sinn, den ein oder anderen Experten mit ins Boot zu holen. Zum Beispiel, wenn die Sofabesitzer bei ihrer Einladung kund tun, welche Themen denn besonders zur Sprache kommen sollen.

Übrigens: Erste Interessenten sollen sich schon gemeldet haben, heißt es. Wohl eher aber aus Parteikreisen, denn noch ist das Projekt Sofa über das parteiinterne Wohnzimmer hinaus ja noch nicht publiziert worden. Die Anfragen werden jetzt gesammelt, noch vor Weihnachten soll der erste Polit-Talk auf einem Aachener Sofa in einem Aachener Wohnzimmer stattfinden. Ungeklärt, dass gibt Thönnissen dann unumwunden zu, ist die Getränkefrage. Aber eigentlich ist klar: Wer einlädt, sorgt für die Schnittchen . . .

Beim Sofa wollen es die Christdemokraten aber nicht belassen. Bei vier öffentlichen Veranstaltungen in den kommenden Wochen und Monaten will man sich konkreten Fragestellungen widmen. Es geht um „Familie und Soziales“ (vorbereitet durch den CDU-Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke und Partei-Vize Holger Brantin); „Ordnung & innere Sicherheit“ (Schatzmeister Wolfgang Königs und Holger Brantin); „Kultur, Bildung, Integration“ (Wolfgang Königs und Bürgermeisterin Margrethe Schmeer); „Digitalisierung“ (Europaabgeordnete Sabine Verheyen). In Kürze sollen die Termine feststehen. Klartext im Saal, sozusagen.

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