Aachen - Ukrainische Folklore-Gruppe Junist kommt nicht nach Aachen

Ukrainische Folklore-Gruppe Junist kommt nicht nach Aachen

Von: az
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Gern gesehene Gäste im Westzipfel: Die Folkloregruppe Junist trat bislang immer in der Adventszeit in Aachen und Umgebung auf. Diesmal fällt das Gastspiel aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Aachener werden in dieser Vorweihnachtszeit ohne die Auftritte der ukrainischen Folkloregruppe Junist auskommen müssen. Der Besuch ist wegen der politischen Spannungen in der Heimat abgesagt.

„In der Situation kann ich es keinem zumuten, seine Familie alleine zu lassen“, sagt Karl Sion, der die Junist-Auftritte in Aachen und dem Umland organisiert. Er steht in ständigem Kontakt mit den Musikern und weiß, was für sie auf dem Spiel steht.

Die meisten seien staatlich Bedienstete und spielten in Orchestern oder seien an Musikschulen tätig, erklärt Sion. Ihnen sei bedeutet worden, dass sie durchaus nach Deutschland reisen könnten – aber bei ihrer Rückkehr womöglich ein verändertes Land vorfinden würden und mit den Konsequenzen zurechtkommen müssten. „Man weiß ja nicht, was da kommt“, sagt Sion, der seit 1990 gute Kontakte in die westukrainische Stadt Lemberg pflegt.

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs leistete die Freiwillige Feuerwehr Eilendorf, deren Löschzugführer Karl Sion damals war, humanitäre Hilfe in der Ukraine. Es war keine einmalige Aktion, die Bindungen verfestigten sich. Nach wie vor engagieren sich Sion und die Eilendorfer Feuerwehr in der Ukraine, und von dort kommen die Musiker alljährlich zu Konzerten in Aachen und Umgebung. Seit 1991 trat die Truppe in der Vorweihnachtszeit in Kirchen, Kapellen oder auch in Krankenhäusern auf. Ihre ukrainische Folklore präsentierten sie auch bei kleinen Vereinen.

„Für die ist die Absage sicher ein Schlag ins Kontor“, meint der Junist-Manager. Denn die Auftritte waren das, was man heute wohl als Win-Win-Situation beschreiben würde: Bezahlt wurde nicht, statt eines Eintrittsgeldes sammelten die Musiker für Hilfsaktionen in der Ukraine. Die Eilendorfer Feuerwehr kümmerte sich um die in der Regel acht bis zehn Gäste während ihres Aufenthalts in Aachen. Sion hofft nun, dass die beliebten Musiker im nächsten Jahr wieder nach Aachen kommen können.

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