Überwältigender Besuch der Christmette im Dom

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Acht Geistliche des Domkapitels konzelebrierten mit dem Bischof. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Alljährlich ist die Teilnahme der Gläubigen an den Christmetten im Dom beeindruckend. In diesem Jahr jedoch waren es am 24. Dezember bereits eine knappe halbe Stunde vor Beginn sogar mehr als 1450 Besucher, die sich in der auch vom Barbarossa-Leuchter festlich erleuchteten Marienkirche eingefunden hatten.

 Es war ihre Reaktion auf die Ereignisse in der jüngsten Zeit, mit der sie ihr stolzes Glaubenszeugnis: „Jetzt erst recht“ unter Beweis stellen wollten. So leitete auch Aachens neuer Bischof Dr. Helmut Dieser seine anspruchsvolle Predigt mit der sehr familiären Feststellung ein, dass alle Kinder gerne Märchen und Geschichten hören und damit in ihnen Vertrauen geweckt wird.

„Doch können wir heute noch mit gutem Gefühl die Welt erklären?“ fragte der Bischof und erinnerte an die jüngsten Ereignisse nicht zu stoppender Gewalt:  Einzeltäter vergewaltigen, schlagen andere zusammen, stoßen Menschen in U-Bahnschächte, stechen mit Messern zu, rasen mit Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt!

„Die perverseste Spitze dieser Orientierungslosigkeit liegt in meinen Augen darin, dass die islamistischen Gewalttäter ihre Mordorgien mit dem Ruf verbinden: Gott ist groß,“ hieß es in der Predigt. Wie Gott wirklich groß ist, und wir Menschen zugleich zu uns selbst und dadurch auch zu Gott finden, davon berichte das Weihnachtsevangelium.

Bischof Dieser rief auf, in dieser Heiligen Nacht, an diesem Weihnachtsfest neu zur Krippe zu gehen, sich Jesus zu nähern, ihn zu meditieren und uns von ihm erziehen zu lassen. Das erlöse uns alle von der Gewalt, die in uns schlummert. Nur so auch könnten wir Kindern die Welt erklären: aus Liebe.

Tiefe Besinnlichkeit bestimmte die Feier der Christmette im Dom. Acht Geistliche des Domkapitels konzelebrierten mit dem Bischof. Zu ihnen gehörten auch Bischof em. Heinrich Mussinghoff und Dompropst Manfred von Holtum. Musikalisch begleiteten die drei Domchöre der Herren, Knaben und Mädchen sowie das Dombläserensemble die Christmette.

Zu hören waren die Deutsche Liturgie von Felix Mendelsssohn-Bartholdy, das Prelude von Michael Richard Delalande und, auf der Orgel gespielt von Domorganist Prof. Michael Hoppe, die Symphonie Nr. 1 op. 14. Toccata von Louis Vierne. Auch den Gesang der Gläubigen begleitete Hoppe mit Orgelspiel. Die musikalische Gesamtleitung lag bei Domkantor Marco Fühner in Vertretung für den erkrankten Domkapellmeister Berthold Botzet. Anerkennender Beifall brandete nach dem abschließenden Orgelspiel auf.

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