Über den Baumwurzeln keimt neue Hoffnung auf

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
Sachliche Debatte trotz Donner
Sachliche Debatte trotz Donnerwetter: Als Vertreter des NRW-Petitionsausschusses suchte Karl Schultheis (hinten links) im Gespräch mit Dezernentin Gisela Nacken (Mitte) und Marika Jungblut vom Baumschutz-Bündnis nach Foto: Andreas Steindl

Aachen. Noch bevor „Moderator” Karl Schultheis so recht das Wort erheben konnte, ging Mittwochfrüh über dem Hochschulviertel ein kräftiges Donnerwetter nieder. Von ganz oben. Also wurde das Foyer des RWTH-Hauptgebäudes am Templergraben bei Gewitter und Hagelschlag notgedrungen zu einer etwas anderen Art von „Shared Space” umfunktioniert.

Auf der einen Seite: Marika Jungblut nebst einer Handvoll weiterer Vertreter der Bürgerinitiative zur Rettung von 33 Bäumen auf dem heftig umstrittenen Areal zwischen Kármán-Auditorium und Super C. Auf der anderen: Dezernentin Gisela Nacken mit einem kleinen Stab führender Mitarbeiter von Planungs- und Umweltamt sowie RWTH-Baudezernentin Gabriele Golubowitsch. Mittendrin: der Aachener Landtagsabgeordnete Schultheis als Vertreter des Petitionsausschusses im NRW-Landtag.

Vorweg: Auch beim neuerlichen „Anhörungstermin” in Sachen Umgestaltung des Templergrabens blieben die Frontlinien zwischen Baumschützern und Stadtplanern klar erkennbar. Aber: Zumindest ein wenig Bewegung zeichnete sich ab, nachdem die Parteien sich rund zwei Stunden - davon knapp anderthalb hinter verschlossenen Hochschultüren - darum bemüht hatten, den Knoten zu durchschlagen.

„Wir hoffen jetzt, dass der Petitionsausschuss des Landtags in seiner Sitzung am 13. Dezember einen Beschluss fällt, der die städtischen Planer zumindest ein Stück weit zum Umdenken bewegt”, resümierte Marika Jungblut am Ende. So soll nun per Gutachten - genauer: durch Testschnitte - geprüft werden, inwieweit das Wurzelwerk der beiden großen Platanten vor dem Kármán einer Nivellierung des Straßenniveaus standhält und ob gegebenenfalls sogenannte Wurzelschutzbrücken installiert werden können, um sie zu sichern. „Auch im Hinblick auf die 13 Platanen des benachbarten Baumkarrees haben wir die Hoffnung noch nicht verloren”, sagte Jungblut. Möglicherweise könnten sie zumindest teilweise durch Gittersysteme erhalten werden. „Eine Umpflanzung von Teilen dieses Bestandes soll nochmals in Betracht gezogen werden”, erklärte auch Schultheis nach dem Gespräch. Konkretisiert werden soll der Vorschlag, die Mehlbeerbäume vor dem Super C innerhalb der Innenstadt umzusetzen. „Zudem will ich im Petitionsausschuss vortragen, dass eine stärkere Beteiligung der künftigen Nutzer bei der Gestaltung der allgemeinen Aufenthaltsqualität sichergestellt wird”, so Schultheis.

Spätestens kommenden Dienstag wird der Aachener Landtagsabgeordnete dem Dauerbrenner „Shared Space” also erneut einen Großteil seiner Zeit zu widmen haben: Ab 13.30 Uhr tagt der Petitionsausschuss in Düsseldorf, um 17 Uhr leitet Schultheis die Sitzung des Bürgerforums, wo das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung steht.

Vor der Sitzung des Bürgerforums am Dienstag, 13. Dezember, 17 Uhr, im Rathaus wollen die Baumschützer einmal mehr mit einer Kundgebung „vor Ort” auf ihre Forderungen aufmerksam machen, betont Marika Jungblut, Sprecherin des Baumschutz-Bündnisses. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem RWTH-Hauptgebäude auf dem Templergraben. Anschließend will man gemeinsam Richtung Ratssaal ziehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert