Über anderthalb Tonnen Hundekot pro Tag

Von: Robert Esser
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Aachen. Der Kot von Aachens gut 7200 angemeldeten Hunden füllt statistisch jeden Tag mehr als 20 Schubkarren - gut 1,6 Tonnen. Ergibt jährlich knapp 600 Tonnen Fäkalien. Die sind so schwer wie 500 VW Golf.

Allerdings verdreckt Hundekot nicht nur die Straße, sondern auch Bürgersteige und Parkanlagen.

Um die Sauberkeit des Stadtbildes zu erhöhen, will das Ordnungsamt jetzt vor allem in den Morgen- und Abendstunden verstärkt auf Hundehalter achten, die sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern.

Wer den Hundekot nicht entsorgt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 25 Euro. „Das ist Bestandteil der Maßnahmen, die wir nun noch einmal intensivieren, um die Bürger für das Thema Sauberkeit zu sensibilisieren”, sagt Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke.

Nur 15 Kräfte - darunter fünf frisch eingestellte Mitarbeiter - stehen ihm zur Verfügung. Der Stadtrat will dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung morgen acht weitere Mitarbeiter zuteilen, die jährlich rund 400.000 Euro kosten.

Denn die Aufgabenvielfalt - nicht nur in Sachen Sauberkeit - reicht weit über die Verwarnung von Hundekotsündern hinaus. Zwischen 600 und 1800 Euro kommen so an Verwarnungsgeldern Monat für Monat zusammen - ab Frühjahr deutlich mehr als im Winter. „Einen großen Anteil daran haben auch die Wildurinierer, die wir nicht nur in Parkanlagen, sondern an Hauseingängen und sogar vor Kirchenportalen antreffen”, erklärt Fröhlke. Sie müssen jeweils 35 Euro berappen. Achtlos entsorgte Zigarettenkippen kosten 10 Euro, ein komplett auf der Straße entleerter Aschenbecher 20 Euro. Ein auf den Boden geworfenes Taschentuch 10, ein Kaugummi 15, „Butterbrotpapier”, Fastfood-Verpackungen und Getränkedosen jeweils 20 Euro. „Da gehen wir mittlerweile vor allem im Elisengarten rigoros gegen Verschmutzer vor”, betont der Ordnungsamtschef.

Er stellt fest, dass vor allem die jüngere Generation Nachholbedarf offenbart. „Es scheint, dass immer weniger Kinder zu Hause Sozialhygiene gelernt haben und viel nachlässiger bei der Müllentsorgung sind als früher.” Dies könne man auch anhand stark verschmutzter Straßenabschnitte vor Schulen beobachten - das gelte für Hauptschulen wie für Gymnasien. Aber auch Erwachsene nimmt Fröhlke in die Pflicht: „Es ist teilweise unglaublich, wie dreist Menschen vor den Augen anderer einfach fallen lassen, was sie gerade nicht mehr brauchen.” Auf dem Schulweg, auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause auf Bänken im Stadtkern, im Park.

Dort sind abends bei nun steigenden Temperaturen auch wieder mehr Griller unterwegs. Am Stauweiher Kupferbach und auf Feldwiesen bei Laurensberg wurden Wildgriller bereits verwarnt. „Wir beobachten das seit dem vergangenen Wochenende sehr genau und werden auch an den kommenden Abenden in Parkanlagen unterwegs sein”, erklärte der Ordnungsamtschef. Und dies eben nicht nur im Kampf gegen Tonnen von Hundekot.

Übrigens: 500 Golf, statistisch das Gewicht des Hundekots aller Aachener Hunde im Laufe eines Jahres, würden das Parkhaus Jesuitenstraße bis unters Dach füllen.
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