Über 57 Millionen fließen in den Städtebau

Von: Oliver Schmetz
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Es tut sich einiges in den nächsten Jahren: Nicht nur mit der Route Charlemagne im Herzen der Stadt, sondern auch in den Stadtteilen wie im Norden und in Brand soll sich das Gesicht Aachens verändern. Insgesamt sollen fast 60 Millionen Euro verbaut werden.

Aachen. Auch wenn der „Leuchtturm” wie berichtet leicht bröckelt und manche Maßnahme gestrichen wurde: Die Route Charlemagne ist - abgesehen vom Campus - das größte, teuerste und wichtigste städtebauliche Vorhaben der kommenden Jahre. Aber es ist nicht das einzige: Denn neben dem Euregionale-Projekt, dessen Umsetzung bis 2013 rund 21,5 Millionen Euro an städtebaulichen Investitionen erfordert, werden etliche andere Ideen angepackt und umgesetzt.

Mehr als 57 Millionen Euro sollen dafür in die Stadt gesteckt werden, über 44 Millionen davon aus Fördertöpfen von Land, Bund und EU nach Aachen fließen. Dafür werden ganze Stadtteile saniert, Innenstadtviertel aufgewertet, Straßen und Plätze umgestaltet. Eine Auflistung der Städtebauförderung bis 2019 präsentiert die Verwaltung der Politik im Planungsausschuss am 4. März. Hier die wichtigsten Projekte:

Route Charlemagne: Die Umsetzung soll bis 2013 abgeschlossen sein. Das Rathaus ist fertig, die Umbauten am Verwaltungsgebäude Katschhof haben begonnen. In dieses Centre Charlemagne sollen alleine 15 Millionen Euro investiert werden, 12 Millionen davon aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Der soll auch die neu in die Route aufgenommene archäologische Vitrine (740.000 Euro) im Elisengarten mit 592.000 Euro bezuschussen. Gleiches gilt für das Grashaus (Kosten: 2,2 Millionen). Aus „normalen” Städtebaufördermitteln werden der Umbau des Zeitungsmuseums (3,5 Millionen Euro) und die abgespeckte Achse der Wissenschaft (210.000 Euro) zu je 80 Prozent finanziert.

Weltkulturerbe Dom: Fürs Dominformationszentrum (1,36 Millionen Euro) fließen gut 850.000 Euro aus dem Konjunkturpaket 1, den Eigenanteil von einem Drittel der Gesamtsumme teilen sich Stadt und Domkapitel mit je 260.000 Euro. Für die „Freiraumverbesserung” rund um den Dom - etwa mit einer Freitreppe an der Rathausrückseite - sollen bis 2013 2,6 Millionen Euro verbaut werden, davon 1,7 Millionen aus der Bundeskonjunkturspritze. Damit sollen der Pfalzbezirk sichtbar und Dom und Rathaus, Dominformationszentrum und Centre Charlemagne miteinander verbunden und erlebbar gemacht werden.

Templergraben: Die Umgestaltung ist Teil des Innenstadtkonzeptes aus dem Jahr 2002. Verkehrstechnisch will man mit dem „Shared Space”-Konzept, bei dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt und konfliktfrei miteinander umgehen sollen, neue Wege beschreiten. Knapp 1,8 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Baubeginn soll Ende 2010, Anfang 2011 sein.

Prinzenhof: An den Namen werden sich die Aachener noch gewöhnen müssen. Gemeint ist der ehemalige Brot-Schneider-Parkplatz an der Prinzenhofstraße direkt vor dem St-Leonhard-Gymnasium. Statt des gestrichenen Euregioparks soll dort vor dem Erweiterungsbau der Schule eine attraktive Platzfläche gestaltet werden. Laut „Vorschätzung” rechnet man mit 800.000 Euro Kosten.

Büchelumgebung: Schon lange steht die Aufwertung des Büchels auf der politischen Agenda, fast zwei Millionen Euro sind dafür angesetzt. Bloß: Die Umsetzung ist „abhängig von der Realisierung des Projekts Beletage”, schreibt die Verwaltung. Und nach dem Aus für die „Trendboxx” ist es auch um dieses Shopping-Konzept zuletzt wieder stiller geworden.

Aachen-Nord: Aus dem Programm „Soziale Stadt” fließt Geld in den Norden - viel Geld. Ähnlich wie seinerzeit das Ostviertel soll ein vernachlässigter Stadtteil neue Perspektiven erhalten. Über 13,3 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, wovon knapp 10,7 Millionen als Zuschüsse fließen sollen.

Frankenberger Viertel: Übernahme und Umbau der Burg Frankenberg durch den Verein „Frankenb(u)erger” (Kosten: 1,1 Millionen Euro) werden mit 880.000 Euro aus Städtebaufördermitteln bezahlt. Die Umgestaltung des Parks soll erst in den Folgejahren betrieben werden. Zunächst wolle man beobachten, „in welchem Maße Impulswirkungen von der bürgerschaftlichen Nutzung der Burg Frankenberg ausgehen”, heißt es.

Suermondt-Viertel: Die Rahmenplanung steht, doch bis 2014 gibt es kein (Förder-)Geld. 150.000 Euro sollen bis dahin in kleinere Maßnahmen gesteckt werden.

Burtscheid: Dort ist eine neue Rahmenplanung gewollt, und insbesondere der lange diskutierte Südausgang des Hauptbahnhofs würde städtebaulich einen „raumgreifenden Impuls” auslösen. Bloß ist man da auf die Kooperation mit der Bahn AG angewiesen, und eine „Handlungsabsicht ist bei diesem wichtigen Partner derzeit nicht zu erkennen”, so die Verwaltung.

Brand: Die Pläne stehen und sind beschlossen, erste Fördermittel beantragt. 2011 soll mit der Umgestaltung des Brander Marktplatzes der Anfang gemacht werden. Insgesamt sollen 7,5 Millionen Euro in Brand verbaut werden.

Theaterstraße und Theaterplatz stehen erst ab 2014 auf der Agenda. Es gibt Pläne für zwei Bauabschnitte, die aber noch nicht abgestimmt sind. Für einen möglichen dritten Abschnitt namens Friedrich-Wilhelm-Platz gibt es noch nicht einmal Pläne. Immerhin: 4,4 Millionen Euro stehen schon in der städtischen Investitionsliste. Nur wann sie ausgegeben werden, weiß heute noch keiner.
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