Aachen - Ü3-Plätze: Private Anträge bleiben in der Warteschleife

Ü3-Plätze: Private Anträge bleiben in der Warteschleife

Von: Aljona Hartstock
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Kinder- und Jugendausschuss hat die Einrichtung von 127 neuen U3-Plätzen an zwölf Kitas beschlossen. Hierfür stehen der Stadt 2012 Bundesmittel in Höhe von 1,22 Millionen Euro und Landesmittel in Höhe von 1,28 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Stadt liegen 14 Förderanträge vor, die je nach Priorität in drei Gruppen eingeteilt wurden. 12 der 14 Anträge fallen in die Priorität 1 oder 2, das heißt, dass entweder die Betriebserlaubnis dieser Kitas gefährdet ist, sofern keine Baumaßnahmen vorgenommen werden oder dass in der Umgebung der Kitas besonders dringend U3-Plätze benötigt werden.

Die Entscheidung über zwei weitere Anträge - „Villa Luna” und „Vincerola” - wurde gemäß eines Antrags von CDU, SPD und Grünen auf den 18. September verlegt. Die beiden Kitas sind in freigewerblicher Trägerschaft und finanzieren sich ausschließlich durch Elternbeiträge; sie werden somit nicht nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) gefördert.

„Es ist wichtig, dass Kinder unabhängig von dem Einkommen ihrer Eltern betreut werden”, sagte Bürgermeisterin Hilde Scheidt. „Wir brauchen die freigewerblichen Träger als Partner”, entgegnete Elke Münich, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen. Bis 2013 soll eine Versorgungsquote von 35 Prozent bestehen. „Die haben wir noch nicht erreicht”, sagte Münich. Die Landesvorgaben sähen zudem bewusst die Einbindung von freigewerblichen Trägern beim U3-Ausbau vor.

Der Ausschuss hat außerdem die Erweiterung der Kindertagesstätten Bergstraße und Düppelstraße um jeweils zwei U3-Gruppen beschlossen. Den vorläufigen Kostenschätzungen zufolge wird sich der Ausbau der Kita Düppelstraße für die beiden Gruppen auf 1,63 Millionen Euro, der Ausbau der Kita Bergstraße auf 1,22 Millionen Euro belaufen.

Dadurch würden sich für die Stadt Gesamtkosten von 2,85 Millionen Euro ergeben. Nach Abzug der bereit stehenden Mittel von 600.000 Euro, bleibt ein nicht gedeckter Betrag von 2,25 Millionen Euro. Zu prüfen ist noch, ob Landesmittel für die Baumaßnahmen beantragt werden können. Während der Erweiterungsmaßnahmen sollen beide Kitas ausgelagert werden.

In den durch das Kinderbildungsgesetz geförderten Kindertagesstätten werden bisher nur Kinder aus Aachen betreut. Nur wenn Plätze frei bleiben, werden diese auch für Kinder aus anderen Städten bereitgestellt. Das soll sich in einer neuen Betriebskita ändern: Hier ist die Hälfte der Plätze für Kinder aus anderen Städten vorgesehen - laut statistischem Landesamt gibt es 80.000 Einpendler, 42.000 davon aus der Städteregion. Das würde auch bedeuten, dass die Unternehmen sich zu 50 Prozent an den Kosten der Betriebskitas zu beteiligen hätten, denn die Stadt Aachen ist für die Betreuung auswärtiger Kinder nicht zuständig. Für die Eltern ändert sich bei den Beiträgen dagegen nichts.

Eine erste Betriebskita ist im Gewerbegebiet Eilendorf-Süd geplant. Eine Umfrage des Fachbereichs Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten bei den ansässigen Unternehmen ergab, dass dort eine Einrichtung von fünf Gruppen mit etwa 70 Plätzen notwendig wäre. Bei 70 Prozent der Plätze soll es sich um U3-Plätze handeln.

Da es sich um öffentlich geförderte Kita-Plätze handelt, können diese in die Kindertagesstättenbedarfsplanung der Stadt Aachen einbezogen werden - die Stadt hätte somit 35 Plätze im U3 und Ü3-Bereich geschaffen.

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