U3-Betreuung: 20,5 Millionen Euro für den Ausbau

Von: Stefan Herrmann
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Aachen. Klotzen statt Kleckern: Die Stadt dreht für die kleinen Aachener am ganz großen Rad. Seit 2008 gilt der Anspruch auf einen U3-Betreuungsplatz – ob in einer Kita oder in der Tagespflege. Millionen fließen in den Neu, Um- und Ausbau von Einrichtungen, 45 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher werden bis 2018 eingestellt und Hunderte neue Kita-Plätze entstehen zum neuen Kindergartenjahr.

Zudem startet die Stadt eine Service-Offensive: So hat das Online-Kitaportal einen frischen Anstrich erhalten. Doch es gibt auch noch einige offene Baustellen.

Wie hoch ist die Versorgungsquote im U3-Bereich?

Zum Kindergartenjahr 2013/14 konnten in der Stadt 2183 U3-Plätze angeboten werden. Das entspricht einer Versorgungsquote von 39 Prozent. Damit steht Aachen über dem Landesschnitt. Gefordert waren von Bund und Land 35 Prozent bis 2013.

Wie hoch ist der tatsächliche Bedarf in Aachen?

Der liegt deutlich über den derzeit erreichten 39 Prozent. Eine Befragung unter Eltern hat ergeben: Fast 50 Prozent möchten ihr Kind in Obhut geben. „Das ist unsere Zielmarke bis 2017“, sagt Aachens neue Bildungsdezernentin Susanne Schwier. Daher werden die Plätze massiv aufgestockt. Zum Kindergartenjahr 2014/15 sollen 225 zusätzliche in Kitas entstehen. Hinzu kommen 100 weitere Plätze in der Kindertagespflege. Zum Vergleich: Seit 2008 und dem Inkrafttreten des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sind in Aachen bis heute 849 neue U3-Regelplätze entstanden. In sieben von 14 Sozialräumen in Aachen hat die Stadt so schon eine Betreuungsquote von mindestens 50 Prozent erreicht.

Wo hapert es noch?

„Trotz aller Anstrengungen sind aktuell 300 Kinder noch nicht versorgt“, stellt Schwier fest. Daher sei es wichtig, die Ausbau-Bemühungen weiter zu verstärken, betont die Dezernentin. Gewerkelt wird derzeit an zahlreichen Stellen in der Stadt – unter anderem in den Kitas an der Passstraße, Bergstraße und Franz-Wallraff-Straße. Kinder und Erzieher haben für die Zeit der Bauarbeiten Ausweichquartiere bezogen. Insgesamt investiert die Stadt 20,5 Millionen Euro in den U3-Ausbau.

Herrschen auch bei der Betreuung der Über-Dreijährigen Engpässe?

Die Verwaltung sagt Nein. Dort liegt die Versorgungsquote bei 96 Prozent und deckt die Nachfrage damit ab.

Wo können sich Eltern in Sachen Kitas informieren?

Das Kita-Portal im Internet (siehe Info-Box links) kommt seit Sommer 2012 gut an. Die Zahlen beweisen es: 6317 Verträge sind bisher darüber zwischen Eltern und Kitas geschlossen worden, aktuell sind 3600 Nutzer angemeldet. Mit neuem Anstrich und Zusatz-Angeboten hofft man auf Seiten der Verwaltung auf weiteren Zulauf.

Finden Eltern alle Aachener Kitas im städtischen Kita-Portal?

Nein. Alle 57 städtischen Kitas sind selbstverständlich in dem Online-Portal vertreten, ebenso 61 Kitas von freien Trägern. Doch bisher fehlen zehn Aachener Kibiz-geförderte Kinderhorte weiterer freier Träger im System. Eine Liste dieser Einrichtungen ist jedoch über die Startseite des Portals abrufbar. „Wir sind weiterhin bestrebt, dass sich alle Einrichtungen am Portal beteiligen“, sagt Brigitte Drews, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Schule. Ein weiterer Vorteil des Portals: Die Stadt behält einen besseren Überblick bei den Anmeldungen. Eltern können ihre Kinder zwar für bis zu zehn Kitas zeitgleich eintragen. Die Verwaltung erkennt durch das System jedoch die Doppelbelegung und kann so den tatsächlichen Bedarf besser berechnen.

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