Turnhalle Minoritenstraße: Weiter Weg zur Sanierung

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Ziemlich weit ist der Weg zum nächsten riesigen Geldtopf allemal. Denkbar kurz aber sind die Entscheidungswege, damit er effektiv angezapft werden kann. Das Dilemma beschäftigte den Stadtrat am Mittwochabend.

 Erst vor wenigen Wochen nämlich, am 5. Oktober, hat das Berliner Umweltministerium ein 100 Millionen Euro schweres Förderpaket geschnürt mit dem Ziel, kommunale Einrichtungen vor allem in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zu sanieren. Natürlich wollen auch die städtischen (Finanz-)Planer das verlockende Angebot möglichst umfänglich nutzen. Der Haken: Nur noch bis zum morgigen Freitag ist Zeit, entsprechende „Projektskizzen“ beim Bundesinstitut für Stadt und Raumforschung vorzulegen.

Also strickte die Verwaltung mit heißer Nadel an einem Konzept zur umfänglichen Erneuerung der überaus intensiv, unter anderem von mehreren Schulen in der City genutzten Turnhalle an der Minoritenstraße. Denn die ist seit Jahr und Tag erheblich sanierungsbedürftig. Im Ganzen sei ein Investitionsvolumen von mindestens zwei Millionen Euro zu veranschlagen, wobei der Fördersatz bei 45 Prozent liegt. Mit den Mitteln könnten neben der Halle nahe dem Hirschgraben aber auch Umkleideeinrichtungen an weiteren Sportanlagen oder Lehrschwimmbecken ertüchtigt werden, auch die Sanierung der Kita Eibenweg könnte in das Antragspaket einbezogen werden, so der Plan.

Doch die Politiker würden die Prioritäten gern ein wenig anders setzen. So gaben die Grünen zu bedenken, dass die städtische Immobilie an der Minoritenstraße längerfristig für gänzlich andere Zwecke „entwickelt“ werden könne. Möglicherweise biete der Wettbewerb die Chance, statt dessen den seit langem gehegten Traum von einer ganz neuen Turnhalle im Umfeld des St.-Leonhard-Gymnasiums zu realisieren. Zudem könnten Teile der Investition für die dringend erforderliche Sanierung des Eine-Welt-Hauses an der Schanz verwendet werden.

Die CDU wandte ein, dass es äußerst fraglich scheine, ob auch ein Neubau förderfähig sei. Zumal ein genauer Standort für eine neue Halle nicht einmal ermittelt sei, gab auch die SPD zu bedenken – zu Recht, wie ein Vertreter der Verwaltung erläuterte. In der Tat seien die Subventionen nur für Modernisierungsmaßnahmen mit besonderer Strahlkraft vorgesehen. Überdies müssten ein „begründeter Beitrag zur sozialen Integration“ sowie „zügige Umsetzbarkeit“ erkennbar sein, um den Förderantrag zum Erfolg zu bringen. Somit gelte es vor allem, eine realistische Chance auf ein gehöriges Stück vom Millionenkuchen des Bundes zu wahren. Dennoch will die Verwaltung nun versuchen, auch eine Sanierung des Eine-Welt-Hauses noch in die „Projektskizzen“ aufzunehmen. Sollte sie – wie auch immer – erfolgreich sein, müsse allerdings schleunigst darüber nachgedacht werden, wie die jeweils erforderlichen städtischen Eigenanteile in die Haushaltsplanung einbezogen werden könnten – etwa durch Verschiebung anderweitiger Investitionen.

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