Tuchwerk am Strüver Weg: Kesselhaus-Ruine eröffnet

Von: Felix Kampl
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Präsentation studentischer Projekte für das Tuchwerk: Anna-Lea Beuke, Larissa Niemann, Cyra Certa, Lara Wieners und Astrid Pümmerlein haben ihre Ideen vorgestellt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Stimmung ist gut im alten Tuchwerk am Strüver Weg 116 nahe der Soers – aus gegebenem Anlass. Jochen Buhren, der Vorsitzende des Vereins Tuchwerk Aachen, kann um 17 Uhr in der neu eröffneten Kesselhaus-Ruine den erfolgreichen Abschluss eines Kooperationsprojekts mit seinen Partnern von RWTH und FH Aachen verkünden.

„Zwei Fragen standen bei dieser Zusammenarbeit besonders im Vordergrund“, so Buhren in seinem eröffnenden Vortrag vor rund 70 Besuchern. „Zum einen wollten wir wissen, ob die Produktion der Tuchwaren seit den 1820er zu Verunreinigungen der Gewässer geführt hat, die noch heute messbar sind. Zum andern wollten wir mit Exponaten einen Blick für die architektonischen Potenziale der historischen Industriegemäuer entwickeln, um sie für künftige Besucher des Museums noch attraktiver zu gestalten“, erklärt er.

Besonders erfreulich ist aus Sicht der Projektverantwortlichen, dass sowohl der angrenzende Wildbach als auch der Stapelsee des umliegenden Geländes heute keinerlei Verunreinigung durch Schadstoffe mehr aufweisen: „Ein derartiges Ergebnis war keineswegs zwingend erwartbar,“ sagt Dr. Volker Linnemann vom Institut für Wasserwirtschaft der RWTH. Gemeinsam mit Studierenden hat er die aussagekräftigen Sedimente der Gewässer untersucht. „Aus alten Berichten wussten wir, dass die Bürger nach der Ableitung von künstlichen Farbstoffen häufig über rot oder blau gefärbtes Wasser klagten, auch von widerwärtigem Gestank war die Rede.“

Bei den ausgestellten Modellen in der neu eröffneten Kesselhaus-Ruine handelt es sich um elf ausgewählte Exponate und Zeichnungen, die am Fachbereich für Architektur der FH Aachen als Bachelorarbeit von Prof. Anke Fissabre und Prof. Heike Matcha betreut wurden.

Geplant ist ein Gebäudekomplex, in dem es neben einem Museum auch einen Lesesaal und ein Café geben soll. Sehr schnell entwickelt man bei der Betrachtung der Modelle einen Blick für raffinierte Kombinationen aus einer modernen Bauweise, die mit den Residuen der historischen Gemäuer elegant harmonieren: „Es wäre schön, wenn wir einen der Entwürfe künftig realisieren könnten“, sagt Günter Rick von der Margarete-Lorenz-Stiftung. „Es gibt bereits private und öffentlich Unterstützer für das Tuchwerk. Doch natürlich ist ein solches Vorhaben mit enormen Kosten verbunden. Noch sind wir auf der Suche nach finanziellen Unterstützern, die ein derartiges Projekt ebenfalls für förderungswürdig halten.“

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