Trotz „Konsens”: Der Grabenkrieg ums Wiesental tobt weiter

Von: Matthias Hinrichs
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Mit Fackeln, Kerzen und textilen „Stopp”-Schildern erneut unterwegs: Rund 200 Kleingärtner verliehen ihrer Forderung Nachdruck, die Teilung der Anlage im Wiesental endgültig ad acta zu legen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Diesmal wählten die Demonstranten aus dem Wiesental - fast 200 an der Zahl - zwar nicht den Weg mitten über die Jülicher Straße, wie noch am 30. September. Statt dessen stiefelten sie - mit Kerzen und Fackeln „bewaffnet” - vom Friedrich-Wilhelm-Platz aus durch die (fast gänzlich unumstrittene) „Grünfuge” Elisengarten Richtung Rathaus, um den Politikern im Hauptausschuss erneut auf ihre Weise heimzuleuchten.

Die zeigten sich einmal mehr und durch die Fraktionsbänke schwer beeindruckt vom geschlossenen Widerstand der Kleingärtner gegen die Pläne, im Zuge des Stadtteilerneuerungsprogramms Aachen-Nord eine breite Schneise durch die Anlage an der Wurm zu schlagen.

Thema „Durchstich”: Der grüne Daumen hat sich längst gesenkt

Doch während die grünen Daumen der Gartenfreunde sich in punkto „Durchstich” längst gesenkt haben, beharkten sich die Mandatsträger, um im Bild zu bleiben, abermals aufs Heftigste. Und dies, obwohl angesichts des geharnischten Protestes bereits in den politischen Vorinstanzen klargestellt worden war: Bei der Ausgestaltung der „strukturellen Verbesserungen” fürs Viertel sollen die Betroffenen ein gewichtiges Wort mitreden.

So beschloss der Ausschuss zwar ebenso einmütig und endgültig, einen Runden Tisch unter externer Moderation einzurichten, um ein „ergebnisoffenes, gleichberechtigtes und konsensuales Verfahren” zwecks Entscheidungsfindung zu gewährleisten. Auch wurde die Verwaltung beauftragt, einen Vertreter der Kleingärtner in die Lenkungsgruppe zur Realisierung des Millionenprojekts Aachen-Nord zu berufen.

Mit harten Bandagen

Dennoch entzündete sich der teils mit harten Bandagen geführte Streit vor allem daran, dass CDU und Grüne sich weiter weigerten, besagte „Grünfuge” definitiv „abzuhaken”, wie SPD, Linke und FDP es mit Nachdruck forderten. Schließlich schmetterte die schwarz-grüne Mehrheit einen entsprechenden Ergänzungsantrag gegen das Votum der ungewöhnlichen Oppositions-Koalition ab.

„Wir sichern Ihnen ja zu, dass wir ganz von vorn anfangen”, argumentierte CDU-Fraktionschef Harald Baal vor allem an die Adresse der Demonstranten. Die freilich zeigten kein Verständnis dafür, dass der Verzicht auf eine Zerschneidung ihrer Anlage nicht explizit in die Beschlussvorlage aufgenommen wurde.

Dennoch äußerte sich Petra Senden, Sprecherin der Kleingärtner, im Ganzen zufrieden über den Teilsieg auf Seiten der Protestfront. „Wir können die weiteren Gespräche jetzt auf Augenhöhe führen”, sagte sie. Nun werde man den von der Verwaltung inzwischen vorgeschlagenen Moderator „auf Herz und Nieren prüfen”.

Ein professioneller Vermittler soll helfen

Laut Senden soll der professionelle Aachener „Mediator” und Wirtschaftsprüfer Michael W. Stahlmann mit der Aufgabe betraut werden. Senden: „In jedem Fall möchten wir, dass außer ihm ein zweiter Vermittler benannt wird, der aus dem Bereich der Sozialpädagogik kommen sollte.”
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