Trotz Demo und Feuer: Chaos bleibt aus

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
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Es brummt: Bei herrlichem Sonnenschein strömten die Aachener am Samstag in die Stadt, in der es sich – wie in der Adalbertstraße oder auch...
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der Krämerstraße zeitweise „knubbelte“. Die Kassen der Händler klingelten ordentlich, aber noch nicht so wie im Vorjahr.
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Auch das noch: Die Feuerwehr musste im Parkhaus unter dem Bushof aktiv werden, wo ein Auto brannte. Die Kripo untersucht, ob es Brandstiftung war.
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Das Parkhaus wurde geräumt, Autobesitzer mussten eine Zeit lang draußen warten. Eine Apag-Mitarbeiterin wurde leicht verletzt.
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Mitten durchs Gewühl: Eine Demo zum Thema Hambacher Forst (127 Teilnehmer) zog durch die City. Alles blieb friedlich.

Aachen. Auch das noch: Ausgerechnet am zweiten Adventssamstag, an dem das Weihnachtsgeschäft auch in Aachen an Fahrt aufnimmt und außerdem ein Demonstrationszug durch die Innenstadt den Verkehrsfluss auszubremsen droht, fängt es auch noch an zu brennen. Mitten in der City. Und das in einem Parkhaus.

„Kleiner Brand, große Wirkung“, fasst der Chef der Aachener Parkhausgesellschaft (Apag), Herbert Sliwinski, das Geschehen im Parkhaus Couvenstraße unter dem Bushof am Tag danach zusammen, wobei ihm die Erleichterung darüber, dass alles glimpflich ausgegangen ist, durchaus anzumerken ist. Denn einer Apag-Mitarbeiterin, die am Samstagmittag mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden ist, geht es da schon wieder gut. Und auch der übrige Schaden hält sich in Grenzen – zumal die Sicherheitssysteme „bestens funktioniert haben“, wie Sliwinski bilanziert.

Dabei sind es am Samstagvormittag um kurz nach 11 Uhr zunächst einmal ein paar dramatische Momente, als die Brandmeldeanlage Alarm gibt und sich die Sprinkleranlage in den Parketagen unter dem Bushof einschaltet, weil ein Pkw auf der Ebene D plötzlich Feuer fängt. „Raus! Es brennt!“ brüllt eine Apag-Mitarbeiterin und unternimmt zusammen mit einigen Verkehrskadetten erste Löschversuche, während der Alarm sowohl in der Apag-Zentrale im Kaufhof-Parkhaus als auch bei der Feuerwehr einläuft.

Während die Apag-Mitarbeiter und die Verkehrskadetten das Parkhaus rasch evakuieren und zugleich die vielen Aus- und Eingänge abriegeln, damit niemand mehr hineinfährt oder -geht, rückt die Feuerwehr mit zwei Löschzügen und Rettungswagen an. Insgesamt sind 29 Rettungskräfte im Einsatz, von denen ein Trupp unter Atemschutz zu dem brennenden Wagen vordringt und das Feuer rasch löscht.

Nach ungefähr eineinhalb Stunden – nachdem alle Parkebenen und Treppenhäuser kontrolliert und entraucht sind – kann der Parkhausbetrieb wieder aufgenommen werden. „Die betroffenen Kunden waren alle sehr verständnisvoll“, sagt Sliwinski.

Ebenso verständnisvoll und ausgesprochen diszipliniert reagieren an diesem Samstag auch nahezu alle Autofahrer auf den drohenden verkehrlichen Ausnahmezustand, der sich durch eine für den Nachmittag in der City angekündigte Demo gegen die Rodungen im Hambacher Fort angedeutet hatte. Oder anders gesagt: Vermutlich lassen an diesem Tag viele schlicht und einfach den Wagen stehen oder fahren nicht bis mitten in die Stadt hinein. Zwar sind laut Michael Günter, dem Leiter der Aachener Verkehrskadetten, „alle Parkhäuser schnell richtig gut voll“ und sonst auch eher verschmähte Standorte wie die an der Monheimsallee und am Hauptbahnhof gut besucht, doch fließt der Verkehr recht gut. „Es gab kein Verkehrschaos, ganz im Gegenteil“, bilanziert Günter.

Genauso zivilisiert verläuft auch die von der Partei Die Linke angemeldete Demo, bei der 127 Teilnehmer vom Elisenbrunnen aus kreuz und quer durch die City ziehen – so jedenfalls hat es die Polizei ganz genau gezählt. Und die Ordnungshüter stellen den Demonstranten am Ende ein perfektes Benimmzeugnis aus: „Friedlich und störungsfrei“ sei die knapp zweistündige Aktion verlaufen, wird vermeldet.

Nicht ganz so penibel wie die Aachener Polizei dürfte am Samstag zwar Jörg Hamel vom Handelsverband Aachen-Düren-Köln nachgezählt haben, doch Positives kann auch er verkünden. „Das Weihnachtsgeschäft nimmt an Fahrt auf“, stellen die Einzelhändler am Ende des zweiten Adventssamstags erleichtert fest. Und: „Der Weihnachtsmarkt lockt in die Stadt.“ Der Blick auf „ein hoffnungsvolles zweites Adventswochenende“ wird aber laut Hamel ein wenig dadurch getrübt, „dass das Weihnachtsgeschäft bei vielen Unternehmen noch nicht das Vorjahresniveau erreicht hat“. Allerdings sei das Vorjahr auch durch die Neueröffnung von Aquis Plaza beeinflusst gewesen. Und was nicht ist, kann ja noch kommen. Bleiben ja noch zwei volle Samstag, an denen die Kunden Feuer und Flamme für die Einkaufsstadt Aachen sein können – und das am besten ganz ohne Parkhausbrand.

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