Tropis lassen im Kramladen die Puppen tanzen

Von: Verena Richter
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Wenn die Tropis Karneval feiern, dann stimmt in Sachen jecke Rahmenhandlung, Bühnenbild und Stimmung im Saal meist immer alles. Dafür sorgen in der aktuellen Session neben der Familie Mangartz in ihrem Tante Emma Laden. Foto: Ralf Roeger
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...auch die ausschließlich eigenen Nummern, wie die „BöStoMeRitz-Sisters“. Foto: Ralf Roeger
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Matschö Mangartz (Frank Jansen) serviert in seinem Laden frischen Puttes. Und zwar ganz besonders frischen Puttes... Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Pfarrkarnevalisten der Tropi-Garde von St. Josef haben es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft, ihre Zuschauer mit auf eine Zeitreise zu nehmen. Mit den Tropis ging es schon an den Hof von Kaiserin Sissi oder in den Urlaub an die Riviera der 1960er Jahre. Doch bei der Premiere der großen Kostümsitzung der Tropi-Garde im Josefhaus am vergangenen Freitag wurde es dieses Mal richtig nostalgisch.

Es ging in einen Aachener Tante-Emma- Laden der 1950er Jahre. Und es hat sicher den einen oder anderen Besucher gegeben, der sich beim Anblick der Ladentheke und den gefüllten Regalen an seine eigene Kindheit erinnert gefühlt hat.

Mit einer unglaublichen Liebe zum Detail und einem enormen Netzwerk „von lieben Menschen, die in ihren Kellern und auf ihren Dachböden suchen“, wie Generalin Sarah Siemons sagte, haben es die Pfarrkarnevalisten geschafft, Zwiebackdosen, Waschmittelverpackungen, alte Flaschen und Werbeschilder aufzutreiben.

Und was sich nicht auftreiben ließ, das haben die Tropis einfach selbst gebastelt, so wie sie alles selbst machen bei ihren vier Sitzungen vom Bühnenbild über die Technik bis hin zum Catering in der Pause. Und selbstverständlich ist auch jede Nummer im gut vierstündigen Programm selbstgemacht.

Die Vorbereitungen dafür fangen oft schon im Frühjahr wieder an, die Rahmenhandlung zum Stück entstehe erst viel später, wenn die Tanznummern und Büttenrede schon feststehen, erklärte Sarah Siemons nach der Premiere, bei der nicht alles ganz rund lief.

Die Generalin war dennoch sehr zufrieden, denn die wenigen kleine Pannen wussten die Karnevalisten gekonnt zu überspielen oder mal ganz gelassen ins Stück mit einzubauen, was den Zuschauern besonders gut gefiel.

Die hatten aber ohnehin ihre Freude an der Sitzung unter dem Motto „Beij Tante Emma es jet meng, doe fiere desjoehr Jrueß än Kleng“. Dabei versuchte Mathilde Mangartz (Ina Gröbner), eine geborene Tengelmann, mit ihrem Mann Matschö (Frank Jansen) und den Söhnen Männ (Jan Savelsberg) und Männelein (Niklas Dahmen) aus dem kleinen Tante-Emma-Laden einen Vollsortimenter zu machen.

Unterstützt wurden sie dabei von Roswita Lantin (Sarah Siemons), die extra im Kaufhaus Tietz Produkte verschiedener Art „besorgte“, während Mathildes Vater (Michel van der Heyden) die Pläne seiner Tochter immer wieder leicht sabotierte. In dem Laden tauchte sogar der kleine Jürgen Linden auf, um für einen Groschen Klümpchen zu kaufen – für seinen zweiten Groschen wollte er übrigens später den Tivoli kaufen.

Tihange und Donald Trump

Obwohl die Geschichte 1954 angesiedelt war, schafften es die Tropis ganz galant, immer wieder Bezüge zum Hier und Heute zu schaffen – entweder mit einem kleinen Protest gegen die Atommeiler Tihange und Doel oder mit einer Parodie auf Donald Trump. Christof Backhaus, der normalerweise bei der Tropi-Combo den Bass zupft, schlüpfte in die Rolle des US-Präsidenten und sorgte mit vielen pointierten Witzen für reichlich Lacher im Publikum.

So schlug er den rund 300 Jecken im wie immer ausverkauften Josefshaus vor, aus Aachen den 51. Bundesstaat der USA zu machen – mit Martin Schulz als Gouverneur. Eine Idee, die nicht ganz so gut ankam, ganz im Gegensatz zu den Auftritten der „BöStoMeRitz-Sisters“, den Jonge uus et Leäve, der Tanzgruppe Mann und natürlich der 4 Amigos, die ihre Wiege bei den Tropis haben.

Am kommenden Wochenende geht die Tropi-Garde noch zweimal auf Zeitreise, die Shows sind allerdings schon lange ausverkauft. Wer keine Karte bekommen hat, muss sich aber nicht grämen.

Live kann man die jecke Truppe noch wie gewohnt an Fettdonnerstag erleben – ganz umsonst und open air. Dieses Mal allerdings nicht auf dem Münsterplatz, sondern im Hof.

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