Tropis holen den Märchenwald ins Josefshaus

Von: Helga Raue
Letzte Aktualisierung:
4875093.jpg
Prinz im Märchenwald: Die Tropigarde um Generälin Sarah Siemons (links) begeistert mit einem fantasievollen Spektakel. Foto: Andreas Schmitter
4875101.jpg
Wo bin ich? Susanne Lauffs spielt die zerstreute Fee.

Aachen. Der Schang steht auf das holde Gretchen und lädt sie zu einem romantischen Picknick auf dem Lousberg ein. Und die beiden laufen, und laufen...und finden sich statt auf dem Lousberg in einem fremden Wald wieder. Hier wohnen ein Prinz, eine Fee, eine Hexe, und natürlich Hans im Glück Rumpelstilzchen, Rapunzel und viele wunderliche Gestalten.

Gretchen und Schang sind im Märchenwald gelandet und müssen viele Abenteuer bestehen, bis sie wieder zueinander und nach Aachen zurückfinden.

„An wenn se net jestorve sönd, da fiere se noch hü“ – unter diesem Motto entführte die Tropigarde die Zuschauer in einen bunten Märchenwald, in dem Schang (Frank Jansen) und Gretchen – wie immer wunderbar von Thouet-Preisträgerin Ina Gröbner gespielt – munter mit sämtlichen Gestalten aus den Märchen der Gebrüder Grimm feierten. Eigentlich hatte Schang der Gretchen seine Liebe gestehen wollen, doch der ebenso blonde wie eitle Prinz wollte die holde Maid ebenso für sich gewinnen. Und um das Gretchen zu überzeugen, zeigt er die ganze Pracht des Märchenwaldes. Und der war wirklich prächtig – für das gelungene und mit ganz viel Liebe gestaltete Bühnenbild gibt es eine glatte Eins.

Auch wenn man ein wenig mit der Hexe litt, die immer wieder in ihr Haus durch die Ofenöffnung kriechen musste. Genau das Gegenteil von garstig war in dieser Rolle die Tropi-Generälin Sarah Siemons, die die gute, aber leider dumme Fee (Susanne Lauffs) erst das Fürchten lehrte, als sie eine Narrenkappe aufzog . . .

Lustige Anspielungen auf den steifen Sitzungskarneval im Allgemeinen und den AKV im Speziellen, dessen Mitglieder man in der Selbsthilfegruppe „Humor für Humorlose“ getroffen hatte, gehören dazu, denn bei der Tropigarde war wie immer alles hausgemacht und von eigenen Kräften auf die Bühne gebracht.

Wie sehr die Fans der Tropis, die schon im November alle vier Vorstellungen ausverkauft melden konnten, das honorieren, zeigt allein ein Beispiel: Als die „älteren Mädchen“ tanzten, gab es Standing Ovations als Prinzessin Ella auf der Bühne erschien – mit inzwischen stolzen 90 Jahren immer noch aktiv! Doch die vielen Protagonisten kamen langsamer als in den Vorjahren in die Gänge, was vielleicht auch daran lag, dass alle bei der Premieren-Vorstellung noch sehr nervös waren. Kurzweilig waren die viereinhalb Stunden trotzdem, denn es gab viel Besuch im Märchenwald: steppende Tänzer, die Böstomeritz-Sisters, einer Parodie auf „Let‘s dance“ oder auch den „Jonge us et leäve“.

Wie gut die Tropigarde ist, hatte sich selbst bis Marzahn rumgesprochen, denn Cindy selbst übernahm die An- und Zwischenmoderationen – hinreißend gespielt von Christoph Backhaus. Das furiose Finale leitet wie immer das Beste ein, was der Aachener Karneval zu bieten hat: Josef, Jupp und Jüppchen und die fantastischen 4 Amigos, deren neues Lied über Aachen „Keine Stadt ist wie diese“ man getrost umtexten kann – „Keine Garde ist wie diese“!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert