Tropi-Garde: Bei „Manjartz“ trifft sich die Kundschaft

Von: Helga Raue
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Süßes für einen Groschen: Der kleine „Jürgen Linden“ (links) kauft im Tante-Emma-Laden von Mathilde Mangartz (Ina Gröbner) ein. Foto: Ralf Roeger
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Wollen mehrere Männer: Die „BöStoMeRitz-Sisters“ – Ina Gröbner, Ulrike Mertens-Ziemons, Karin Gobbelé und Regina Engel. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Früher, da war ganz sicher nicht alles besser, aber es war ganz sicher noch viel persönlicher. Da hetzte man nicht anonym durch den Supermarkt, sondern wurde noch freundlich mit Namen begrüßt. Zwar war das Angebot in den Tante-Emma-Läden in den Jahren nach dem Krieg noch begrenzt, doch 1954 füllten sich die Regale so langsam wieder.

Im Aachener Ostviertel, in der Elsassstraße, übernahm die nächste Generation die Geschäfte, und so wurde aus dem Geschäft von Vater Tengelmann nun „Mangartz“ – oder „Manjartz“, wie der Öcher sagt. Und ganz klar, dass sich hier die Leute aus dem Viertel trafen.

„Beij Tant Emma es jet meng, doe fiere desjoehr Jrueß än Kleng“ – unter diesem Motto hatte in diesem Jahr die Tropi-Garde ins Josefshaus eingeladen. „Alles selbst gemacht“ lautet dabei wie immer der Untertitel des rund vierstündigeb Programms, denn die rührige Garde um Generalin Sarah Siemons – wie immer köstlich als Kleptomanin Roswitha Lantin, die stets im Kaufhaus „Titz“ etwas mitgehen ließ – stemmt die gesamte Show mit eigenen Kräften.

Das macht wie immer den Charme der Sitzungen, von denen es vier an zwei Wochenenden gibt, aus. Und so waren es bei der Premiere am Freitagabend gerade die kleinen Pannen, die die Tropi-Garde und ihren Karneval so liebenswert machen. Und Hut ab, wie lustig die Protagonisten das immer überspielen. Diese – wenn auch ungewollte – Situationskomik kam beim Publikum gut an, eben weil die Darsteller selbst so herrlich locker reagierten.

Mathilde Mangartz, wie immer herrlich Ina Gröbner, ihr Mann Mattjö und die beiden Söhne wollen das kleine Geschäft zum Vollsortimenter umbauen. Und natürlich schaut die vielfältige „Kundschaft“ vorbei in dem kleinen Geschäft – fürs Bühnenbild gibt es übrigens volle zehn Punkte.

Unter den Kunden war auch der kleine Jürgen, der für einen Groschen Süßes kaufte. Seinen zweiten Groschen wollte er lieber sparen: „Davon kaufe ich später mal den Tivoli.“ Und sein Berufswunsch: „Klar, später will ich einmal Oberbürgermeister werden.“ Mathilde, die sich zwischendurch immer an ihren Fläschchen „Frauengold“ gütlich tat, schenkte dem kleinen Jürgen Linden ein Hütchen – eben jenes, das er als OB später immer im Karneval trug. Köstlich gemacht!

Zum Auftakt tanzen die „Älteren Mädchen“, die „BöStoMeRitz-Sisters“ singen, die „Jonge us et leave“ bringen den Saal nach der Pause schnell wieder auf Betriebstemperatur, und auch die „Tanzgruppe Mann“ durfte neben viel Nachwuchs nicht fehlen.

Und über vier Eigengewächse kann man eh nur in Superlativen schreiben: Die „4 Amigos“ brachten wie immer mühelos den Saal zum Toben, vor allem natürlich mit ihren älteren, bekannten Lieder, die jeder mitsingen kann – wie immer waren Uwe und René Brandt, Stefan Beuel und Dietmar Ritterbecks einfach nur super.

Da der Berliner Flugplatz immer noch nicht fertig ist, musste die Airforce one nach Merzbrück ausweichen, so dass „Donald Trump“ ein paar Wochen in der Grenzregion verbrachte und begeistert Aachen „zum 51. Bundesstaat der USA“ machen wollte. Natürlich mit Mauer, um die draußen zu halten, die man in Aachen nicht will: „Holländer, Belgier und die Heinsberger.“

Gouverneur sollte der Mann aus der „Autobahnraststätte mit Möbelhaus“ – sprich Würselen - werden: Martin Schulz. Nur dass Trump den Tivoli kaufen und die besten Fußballer aus den USA schicken wollte, stieß bei den Fußball-Fans nicht auf breitere Zustimmung. Die Lacher waren ihm jedoch gewiss.

Die vier Stunden verflogen im Nu, was immer das beste Zeichen ist, dass es kurzweilig war. Die Tropis 2017 – wie immer ein rundum gelungener Abend, diesmal im Tante-Emma-Laden.

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