Trommeln, Taboulé und Tanz: Dankesfest für Flüchtlingshelfer

Von: Marc Heckert
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Dank an die Helfer: Mit einem bunten Programm im Saalbau Rothe Erde und kulinarischen Köstlichkeiten wurde an die Ehrenamtler etwas zurückgegeben. Im Bild: Hamid Ejo aus Syrien, der das Publikum mit Humor aus Sicht eines Einwanderers amüsierte. Foto: Marc Heckert
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Multikulti geht durch den Magen: Orientalische Köstlichkeiten wurden ebenso geboten wie Musik und Comedy. Foto: Marc Heckert

Aachen. Afghanische Trommeln, syrische Stand-Up-Comedy, arabische Köstlichkeiten, moderne Soulmusik und Öcher Stimmungslieder: Das Programm des Festabends für die freiwilligen Flüchtlingshelfer der Stadtteilen Brand und Forst im Saalbau Rothe Erde konnte sich in Sachen Vielfalt durchaus mit den Aufgaben messen, die die Aachener Integrationshelfer in den vergangenen Monaten zu bewältigen hatten.

Wie sehr die Stadt in der zeitweise turbulenten zweiten Hälfte des vergangenen Jahres auf die Hilfe der insgesamt mehreren Tausend Freiwilligen angewiesen war, hob Oberbürgermeister Marcel Philipp hervor.

Es war eine Arbeit mit vielen Gesichtern: Sie begann von der täglichen Essensausgabe in der Turnhalle der Gesamtschule Brand und der Theodor-Körner-Kaserne, reichte über Sprachkurse und Hilfe bei der Eingewöhnung in den deutschen Alltag und endete in einem breiten Angebot an integrativen Aktionen, etwa Besuche für Kinder im Aachener Tierpark und freiwilligen Arbeitseinsätzen von Flüchtlingen auf einem Bauernhof in Vetschau. Fast 500 Bürger hatten sich alleine in Brand und Forst beteiligt, dazu ungezählte Vereine, Organisationen, Kirchengemeinden und Gruppen aller Art.

Marcel Philipp dankte den rund 200 in der „Kappertzhölle“ erschienen Gästen für ihr unermüdliches Engagement. „Sie haben erlebt, wie bereichernd es ist, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen und ihnen zu helfen.“ Für die bevorstehende Integrationsarbeit, bei der es kaum ohne unvermeidliche Reibung abgehen werde, versprach er den Freiwilligen die Unterstützung und Gesprächsbereitschaft der Stadt: „Kommen Sie auf uns zu, meine Tür steht immer offen.“

Arbeit der Aachener Freiwilligen gewürdigt

Das Helferfest würdigte die ehrenamtliche Arbeit in den Notunterkünften und Übergangswohnheimen in Brand und Forst. Organisiert hatte es der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge, ein Zusammenschluss der katholischen Kirchengemeinden St. Donatus Brand, St. Katharina Forst und der evangelischen Kirchengemeinde Brand. Zahlreiche Sponsoren und Förderer hatten die Veranstaltung möglich gemacht, so etwa Peter Kappertz, der den Saal bereitstellte und Peter Jumpertz, der den künstlerischen Teil organisierte und selbst am Schluss als DJ für Tanzstimmung sorgte.

Im bunten Teil des Abends bekam das Publikum dann eine Kostprobe dessen geboten, was die neuen Nachbarn zum gesellschaftlichen Leben beisteuern können - kulturell wie kulinarisch. Da war etwa der junge Trommler Javid Tajik aus Afghanistan, der den Saal mit den exotischen Klängen seiner beiden Tabla-Trommeln füllte. Oder das üppige Buffet mit Fatusch-Salat, Taboulé und Hummus-Kichererbsenbrei der aus Syrien stammenden Cousins Mohammad Ejjo und Mohamad Ejo (deren unterschiedliche Namensschreibweise auf deutsche Einwanderungsbürokratie zurückgeht).

Hamid Ejo, ein weiteres Mitglied der Familie und als Rotkreuz-Mitarbeiter in den Unterkünften tätig, amüsierte seine Zuhörer mit Stand-Up-Comedy aus der Perspektive eines Neubürgers. Ernster war das auf Persisch vorgetragene Gedicht der jungen Afghanin Assady Maliha über den Schmerz, den das Verlassen der Heimat mit sich bringt.

Im weiteren Programm ging es dann ebenso abwechslungsreich in der „Kappertzhölle“ weiter: Das Duo Ariane Baur und Moritz Schippers präsentierte Jazz, Soul und Pop. Auf eine Reise durch die Welt der Musik nahm HeJoe Schenkelberg die Zuhörer mit seinem Akkordeon. Und die in der Karnevalsszene bekannten „De Pöngche“ sorgten für heimatliche Klänge „met Hazz än Jesangk“.

Mit Herz, so hoffen die Veranstalter, wird die Integrationsarbeit der Aachener Freiwilligen auch in den nächsten Monaten weitergehen. Interessierte können sich über die Webseite des Helferkreises anmelden.

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