„Trias Charlemagne”: Die Freimaurer melden sich zurück

Von: André Schaefer
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Ein formidables Forum freier G
Ein formidables Forum freier Geister meldet sich zurück: Die Freimaurerloge „Trias Charlemagne” ist jetzt von Bürgermeisterin Margrethe Schmeer (Mitte) im Weißen Saal des Rathauses mit den besten Wünschen für neue Großtaten empfangen Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Ausdruck „besonders” war unter den geladenen Gästen gleich mehrmals zu hören. Mit gutem Grund. Denn dass im 21. Jahrhundert eine Freimaurerloge ihre Neugründung feiert, kommt nicht täglich vor.

Wenn es sich dann auch noch um einen euregionalen Zusammenschluss zwischen Niederländern, Belgiern und Deutschen handelt, darf das Adjektiv erst recht getrost in den Mund genommen werden. Jetzt feierte die Freimaurerloge „Trias Charlemagne” im Aachener Rathaus im festlichen Rahmen ihre Neugründung.

Dass die Stadt Aachen damit eine Freimaurerloge besitzt, ist dabei nicht zwingend etwas Besonderes. Denn Aachen und die Freimaurerei, das gab es schon mal. Vor mehr als 200 Jahren. Genau genommen war es 1774, als sich der älteste Aachener Verein gegründet hatte, um humanistische und menschenverbindende Ziele zu verfolgen. Der Bund der Freimaurer hatte im Laufe der Zeit einige Hürden zu bewältigen, einem Verbot im 19. Jahrhundert folgte mit der Machtübernahme des Nazi-Regimes die komplette Untersagung.

Neue Zeiten, gleiche Ziele

Die Zeiten haben sich geändert, die Ziele sind die gleichen. „Wir wollen uns in das kulturelle Leben in Aachen integrieren”, betont Leo Meyers, Meister vom Stuhl der Aachener Loge. Rund 160 Freimaurer aus ganz Europa waren zum traditionellen Installationsritual, der sogenannten Lichteinbringung, gekommen. Im kleineren Kreis folgte im Anschluss im Weißen Saal die Begrüßung durch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer. „Ich freue mich sehr über diesen besonderen Anlass. Es ist sehr schätzenswert, dass Sie mit ihren Idealen in die Öffentlichkeit gehen. Es hat mehr Effekt, als im Verborgenen zu wirken. Genau das braucht Europa”, so die Bürgermeisterin.

Und genau in diesem Punkt liegt eine zentrale Besonderheit der neuen Freimaurerloge: Arbeiteten die Vereinigungen in der Vergangenheit traditionell konservativ im Geheimen, so sucht die „Trias Charlemagne” künftig bewusst den Weg in die Öffentlichkeit. „Wir wollen eine Mischung finden zwischen Verschwiegenheit und Offenheit”, erklärt Meyers.

Neben der Arbeit im Verborgenen, die keineswegs an Bedeutung verlieren wird, will die Loge ab dem kommenden Jahr mit einem konkreten Programm öffentlich auf sich aufmerksam machen. „Weltpersönlichkeiten und ihr Wirken” wird Thema regelmäßiger monatlicher Veranstaltungsabende in Aachen sein, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. „Die Pläne sind noch in der Entwicklung. Mitte Januar wird es konkreter”, verspricht Meyers.

Rund 60 Freimaurer leben derzeit in Aachen, elf Logenbrüder zählt der neue Zusammenschluss. Die Freimaurerei als nicht mehr zeitgemäß zu bezeichnen, sei falsch, meint der Meister vom Stuhl. „Es wird derzeit ein Generationswechsel vollzogen. Ich bin sicher, dass die Freimaurerlogen in Zukunft wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken.”
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