Trianel will direkt neben dem Tivoli Gas geben

Von: Oliver Schmetz
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Neue Perspektive für die Daue
Neue Perspektive für die Dauerbrache hinterm Bauzaun: Gleich neben dem Tivoli will die stark expandierende Trianel GmbH einen neuen Firmensitz für bis zu 400 Mitarbeiter bauen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Diese Geschichte könnte für die Stadt gleich zwei gute Seiten haben. Denn wenn sie Realität wird, dann bliebe mit der Trianel GmbH das umsatzstärkste Unternehmen der Städteregion dem Standort Aachen treu - immerhin bewegte der Stadtwerke-Verbund beim Handel mit Strom und Gas zuletzt mehr als drei Milliarden Euro im Jahr.

Außerdem würde so eine Baulücke gefüllt, die seit der Eröffnung des neuen Stadions vor zwei Jahren ein schlechtes Bild abgibt. Denn die Trianel zieht es zum Tivoli: Auf einem 6000 Quadratmeter großen Grundstück direkt hinter der Stehplatztribüne will das Unternehmen, das derzeit an der Lombardenstraße ansässig ist, seinen neuen Firmensitz bauen.

Mitarbeiterzahlen sollen sich verdoppeln

Noch ist die Sache zwar nicht in trockenen Tüchern, aber zumindest ist man nach mehrwöchigen Gesprächen so weit, dass das Areal bis Jahresende für die Trianel reserviert wird. Bis dahin sollen „alle noch offenen Fragen” geklärt werden. Dazu gehören laut Trianel-Sprecher Elmar Thyen sicher die Fragen nach einem Investor und die nach Ausgestaltung des Gebäudes. Denn klar ist, dass das 1999 federführend von der Stawag aus der Taufe gehobene Unternehmen, dem heute rund 100 Gesellschafter und Netzwerkpartner in fünf Ländern angehören, ständig expandiert. Binnen fünf Jahren werde man die Belegschaft in Aachen wohl von 200 auf 400 Mitarbeiter verdoppeln, sagt Thyen. Außerdem benötige man zum Handeln mit Energie riesige „Tradingfloors” - ähnlich wie ein Börsenparkett: „Das stellt schon Anforderungen an die Architektur.”

Da am heutigen Domizil an der Lombardenstraße für die stetig wachsende Belegschaft auch das Parken langsam zum Problem wird, dürfte der Standort Tivoli paradiesisch anmuten. Schließlich gibt es dort ein Apag-Parkhaus, das abgesehen von den Spielterminen der Alemannia meist leer steht. „Das ist einer der großen Synergieeffekte”, sagt der Trianel-Sprecher - was man bei der städtischen Parkhausgesellschaft wohl ähnlich sieht.

Vorher muss aber die Politik die Weichen stellen. Der Bebauungsplan muss geändert werden, da dort bisher nur stadionbezogene oder sportnahe Nutzung erlaubt ist. In der Vergangenheit dachte man da eher an Fitnesscenter als an Firmensitze. Und zuletzt wurde wie berichtet die Idee diskutiert, das Hochschulsportzentrum in den Sportpark Soers zu verlagern. Das ist nun alles vom Tisch.

Oberbürgermeister Marcel Philipp ist „glücklich über das bisher erzielte Ergebnis”, denn: „Trianel ist für Aachen ein wichtiger Arbeitgeber.” Zuletzt hatte sich der OB noch heftig darüber geärgert, dass die Städteregion sich auffallend um das Aachener Unternehmen bemüht hatte. Doch offenbar erfolglos. Denn Trianel-Geschäftsführer Dr. Jörg Vogt lobt nun am Tivoli „den Anschluss an die Autobahn, die Nähe zur Innenstadt und zur Stawag, mit der Trianel vielfältig verbunden ist”, und sein Sprecher Elmar Thyen betont, dass mit diesem Standort „auch die Mitarbeiter sehr zufrieden” wären. Sieht also so aus, als könnte diese Geschichte nicht nur für die Stadt gute Seiten haben.
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