Trauerstele beseelt die Schule

Von: FLORIAN WEYAND
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Gemeinschaftswerk mit tiefgrü
Gemeinschaftswerk mit tiefgründigem Anlass: An der Viktor Frankl-Schulle wurde die Trauerstele eingeweiht. Sie ist Ausdruck gemeinschaftlicher Kreativität. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Spielende Kinder und Jugendliche, Pfannkuchengeruch und nette Lehrkräfte. Das ist das erste Erscheinungsbild der Viktor-Frankl-Schule. Ein Bild, das auch inhaltlich schnell bestätigt wird: Ein Schuljahr lang arbeitete die Schule für Kinder und Jugendliche mit geistigem und körperlichem Handicap an einer Trauerstele.

„Vor sechs Jahren kam mir diese Idee”, schwärmt Schulleiterin Beate Jahn. Nach unzähligem Papierkram akzeptierte das „Landesprogramm NRW: Kultur und Schule” dann doch das einzigartige Projekt. Sehr schnell fand sich ein Team aus Schülern, Lehrern, dem Architekten Thomas Esther und der Künstlerin Angelika Keller zusammen, die das Projekt angingen.

Aus der anfänglichen Idee der Trauerstele wurde nach einem Jahr ein kompletter „Ort der Ruhe” für Schülerinnen und Schüler.

Die Viktor-Frankl-Schule ist mit 300 Schülern und Schülerinnen die größte Förderschule in der Städteregion Aachen. Doch oftmals wird die Schule mit tragischen Krankheitsverläufen bis hin zu Sterbefällen konfrontiert. Bisher gab es einen „Trauerkasten”, in dem sechs Wochen lang Erinnerungen an den zu früh Verstorbenen ausgehangen wurden. Auch die Schüler beteiligten sich oftmals mit Bildern, bemalten Steinen und Basteleien an dieser Art „Trauerfeier”. Nach den sechs Wochen wurden die Erinnerungen und Abschiedsgeschenke der Schüler in der großflächigen Anlage der Schule verteilt.

Doch damit ist jetzt Schluss. Thomas Esther entwarf einen neuen Platz für die Schule. Die Schüler bauten in Kooperation mit Angelika Keller die Trauerstele sowie „Seelenvögel” und „fliegende Fische”, um den kreativen Abschiedsgeschenken einen Platz zu geben.

Klassenübergreifend thematisierte die Schule den Tod als solches. Doch an einer speziellen Schule wie dieser kommt auch häufig die Trauer über persönliche „Handicaps” auf. „Warum bin ich nicht so schön wie andere? Warum bin ich anders?”, fragen sich viele Schüler. Auch diese Selbstzweifel sind ein kleiner Tod für die Kinder und Jugendlichen”, erzählt die Pädagogin Jahn. Trotzdem mache die Schule das Beste aus der Situation und mit voller Begeisterung halfen die Schüler den schönen Platz zu gestalten. „Die Motivation der Kinder beseelt mich”, sagt Keller und gerade deswegen habe sie sich für das Projekt so begeistert.

Besonderer Dank gilt dem ehrenamtlichen Architekten Thomas Esther, der den „Ort der Ruhe” in die Viktor-Frankl-Schule integriert hat. Die Idee von Beate Jahn ist also zu einem vollen Erfolg geworden - und bestätigt einmal mehr das Erscheinungsbild der Schule.

Geehrt wurden Dagmar Burger (McDonalds Deutschland) und Gerda Schröder (McDonalds Franchisenehmer Familie) als Spenderinnen der ersten Stunde. Ebenfalls geehrt wurde die ehemalige Olympiasiegerin Heike Meier-Henkel als Schirmherrin. Hans-Jürgen Strunck, Direktor des Spielcasinos Aachen, Werner Schlösser, Geschäftsführer der Kur und Badgesellschaft Aachen, Jürgen Vogeler (Plums Kaffee) und Käthe Dolfus, Nachbarin des Ronald McDonald Hauses für ihre Spendenbereitschaft. Familie Conrads, deren kleiner Sohn Finn gerade in Aachen im Klinikum auf der Neugeborenenstation liegt, erhielten stellvertretend für ihren kleinen Kämpfer einen Preis ebenso wie Ruth Katzenberger, Prof. Dr. Norbert Wagner (Direktor für Kinder- und Jugendmedizin), Prof. Dr. Thorsten Orlikowsky (Leiter der Sektion Neonatologie) und alle ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hauses.
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